Posts Tagged ‘Juri Andruchowytsch’

Hinweis: Gespräche im Rahmen der Ausstellung „The Ukrainians“

Juni 6, 2014

Das Berliner Künstlerprogramm des DAAD präsentiert in der Zeit vom 24.5. bis 21.6.2014 in der daadgalerie die Ausstellung The Ukrainians. Als Begleitprogramm zu dieser Ausstellung aktueller politischer Kunst aus der Ukraine findet eine Reihe von Gesprächen zwischen Künstlern und Schriftstellern statt.

Die nächsten Termine und Gesprächspartner:

14. Juni:
Lada Nakonechna, Yevgenia Belorusets, Sean Snyder, Olga Bryukhovetska

18. Juni:
Juri Andruchowytsch, Juri Leiderman

Zeit: 18:30 Uhr
Ort: daadgalerie, Zimmerstraße 90, 10117 Berlin

Öffnungszeiten der daadgalerie: Mo – Sa, 11:00 – 18:00 Uhr


Folgender Kurzfilmbeitrag vermittelt einen kleinen Eindruck von der Ausstellung. Außerdem spricht die Kuratorin Bettina Klein über ihre Beweg- und Hintergründe:


Text der Veranstalter_innen: (more…)

Hinweis: »Lyrik in Zeiten des Krieges«

Juni 1, 2014

Die Literaturwerkstatt Berlin veranstaltet im Rahmen ihres diesjährigen poesiefestivals am 12. Juni 2014 einen Thementag Ukraine. Hierzu sind namhafte ukrainische Autor_innen eingeladen. Sie werden über die Rolle der „Lyrik in Zeiten des Krieges“ diskutieren und anschließend aus ihren Werken lesen.

Ankündigungstext der Literaturwerkstatt Berlin:

Juri Andruchowytsch / Foto: gezett

Gespräch mit

Juri Andruchowytsch
Autor, Iwano-Frankiwsk
Andriy Portnov
Historiker, Ukraine /Deutschland
Jelena Saslawskaja
Autorin, Lugansk
Serhiy Zhadan
Autor, Charkiw.

Moderation
Christiane Hoffmann
stellvertretende Leiterin des Hauptstadtbüros von Der Spiegel

Serhij Zhadan / Foto: gezett

Viele Dichter in der Ukraine stehen an vorderster Front des Geschehens, sind Akteure, engagierte Beobachter, Aktivisten und Wortträger. Dichter, die selbst an den aktuellen Geschehnissen der letzten Zeit beteiligten sind, erzählen über die Ereignisse und die Rolle der Lyrik darin.

Mit freundlicher Unterstützung durch: Auswärtiges Amt, Botschaft der Ukraine, Goethe-Institut Ukraine, Openukraine Arseniy Yatsenyuk Foundation, Rinat Akhmetov Foundation (more…)

„In der Ukraine ist die Zeit explodiert“

Mai 20, 2014

Dienstagabend in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz: „Habt ein Auge auf die Ukraine!“ Die Lehren von 1989. Mit dem polnischen Dissidenten und Herausgeber der Gazeta Wyborcza Adam Michnik und dem ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch sprach Osteuropa-Chefredakteur Manfred Sapper.

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Auf dem Podium: Juri Andruchowytsch, Manfred Sapper, Adam Michnik (von links nach rechts) © Jurkiewicz/DGO

Angesichts der anhaltenden aggressiven Subversion durch Russland steht in der Ukraine die von der Gesellschaft gerade erst erkämpfte Freiheit schon wieder auf dem Spiel und droht „in bürgerkriegsähnlichen Gewaltszenarien unterzugehen.“ Wie auch das an diesem Abend vorgestellte Buch Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht (Suhrkamp) stellte dieses Gespräch den Versuch dar, die „explodierte Zeit“ (Sapper), diese „Revolution neuen Typs“ mit ihren „großen tektonischen Veränderungen“ (Michnik) irgendwie fassbar zu machen, auf einen Begriff zu bringen. Dass dabei „die Lehren von 1989“ letztlich nicht ganz so wie angekündigt im Fokus standen, war sicher nicht allein den nur bedingt vergleichbaren politischen Voraussetzungen von damals und heute geschuldet, sondern auch der sich täglich verändernden – und angesichts der Desinformationspolitik überaus widersprüchlichen – politischen Landschaft in der Ukraine. (more…)

Antrittsvorlesung von Juri Andruchowytsch am 14. Mai 2014 in Berlin

Mai 1, 2014

Das Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin und der Suhrkamp Verlag– in Kooperation mit dem Collegium Hungaricum – laden ein:

zur Antrittsvorlesung
von Juri Andruchowytsch (Siegfried-Unseld-Gastprofessor an der Humboldt-Universität im Sommersemester 2014):

„Taras Ševčenko auf der Kiever Barrikade. 1814-2014: Zur Aktualität eines 200jährigen Mythos“

Zeit: Mittwoch, 14. Mai 2014, 18.00 Uhr
Ort: Collegium Hungaricum Berlin, Dorotheenstraße 12, Berlin-Mitte

Porträt von Juri Andruchowytsch, Künstlerin: Nastasia Louveau

Der 1960 in Stanislau (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine) geborene Autor gehört zu den weltweit bekanntesten Vertretern der ukrainischen Gegenwartsliteratur. Er betrat die Bühne der literarischen Öffentlichkeit in den 1980er Jahren als Mitglied der avant gardistischen Künstlergruppe Bu-Ba-Bu. Nationale und internationale Berühmtheit erlangte er mit seinen seit den frühen 1990er Jahren erschienenen Romanen, wie z.B. „Rekreation“ (1992), „Moscoviada“ (1993), „Perversion“ (1996), „Zwölf Ringe“ (2003) oder „Geheimnis“ (2007), die allesamt in mehrere europäische Sprachen übersetzt worden sind. Zusammen mit zahlreichen Essays wie „Das letzte Territorium“, „Mein Europa“ (mit dem polnischen Autor Andrzej Stasiuk) oder „Engel und Dämonen der Peripherie“, in denen der Autor ein Konzept der „Geopoetik“ entwickelt, tragen sie wesentlich dazu bei, Mittel-Ost-Europa, das über Jahrzehnte an der Grenze des Kalten Krieges ein quasi vergessenes Niemandsland war, kulturell und literarisch neu zu definieren und damit wiederzubeleben. Andruchowytsch wird der Professur einen wichtigen, nicht zuletzt auch geopolitischen Akzent verleihen, der im Zusammenhang mit der momentanen politischen Situation der Ukraine zwischen EU und Russland besondere Aktualität erhält.

 

Vom Jurassic Park der aktuellen ukrainischen Literatur

Februar 8, 2010

Ein Höhepunkt in der Berliner Lesungsserie von Juri Andruchowytsch hätte sein Auftritt bei den Mosse-Lectures im Senatssaal der Humboldt-Uni werden können. Der Saal war auch gut gefüllt (anfangs) mit studentischem und Professorenpublikum sowie Sympathien für den westukrainischen Erfolgsautor und die aus Zürich angereiste Moderatorin – Prof. Sylvia Sasse. Doch weder die gelesenen Texte aus dem neuen Buchprojekt, das 111 besuchte Städte in alphabetischer Reihenfolge abhandelt, noch die typischen Anekdotenantworten haben etwas signifikant Überraschendes oder Neues zu Tage gefördert. Sicherlich waren es auch keine Novellen, sondern ein Hasstext auf Kiev, welches statt eine Hauptstadt der ukrainischen Kultur zu sein, in Sch… versinke, und ein Liebesbrief an Berlin mit peinlich wirkenden ex-sowjetischen Straßenmusikern. Vielleicht sollte das ein indirektes Plädoyer sein, lieber die ältere, erst jetzt ins Deutsche übersetze „Perversion“ von Andruchowytsch zu lesen: einen Venedigroman, der sprachlich auch in der Übersetzung statt Exkremente einige Experimente bietet. Wir haben’s zu Beginn vom Autor gehört und zum Schluss gefühlt: Von Geopoetik habe er die Nase voll.