Posts Tagged ‘Geopoetik’

novinki-Lesung von Igor‘ Sid am 11.12. in Berlin

Dezember 4, 2013

Am 11.12.2013 findet wieder eine novinki-Lesung statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Diesmal von und mit Igor‘ Sid.

Louveau_Sid_web

Sid, Igor‘: Geb. 1963 in Dschankoj auf der Krim. Schriftsteller, Essayist, konzeptioneller Kurator, reflektierender Reisender, Naturforscher, Dichter, Gründer des Krim-Klubs (nach eigenen Angaben „konzentrierte Lebensform der zeitgenössischen künstlerischen Kultur“). Als Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft hat er das Konzept der Geopoetik kreativ entfaltet und nutzt es als Aktivist beim Branding verschiedener Regionen wie z.B. Cheljabinsk.

Lesung und Diskussion auf Russisch und Deutsch.

Die Lesung beginnt um 18.00 Uhr und findet am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität statt: Dorotheenstraße 65, Raum 5.42, Berlin-Mitte.

Advertisements

Vom Jurassic Park der aktuellen ukrainischen Literatur

Februar 8, 2010

Ein Höhepunkt in der Berliner Lesungsserie von Juri Andruchowytsch hätte sein Auftritt bei den Mosse-Lectures im Senatssaal der Humboldt-Uni werden können. Der Saal war auch gut gefüllt (anfangs) mit studentischem und Professorenpublikum sowie Sympathien für den westukrainischen Erfolgsautor und die aus Zürich angereiste Moderatorin – Prof. Sylvia Sasse. Doch weder die gelesenen Texte aus dem neuen Buchprojekt, das 111 besuchte Städte in alphabetischer Reihenfolge abhandelt, noch die typischen Anekdotenantworten haben etwas signifikant Überraschendes oder Neues zu Tage gefördert. Sicherlich waren es auch keine Novellen, sondern ein Hasstext auf Kiev, welches statt eine Hauptstadt der ukrainischen Kultur zu sein, in Sch… versinke, und ein Liebesbrief an Berlin mit peinlich wirkenden ex-sowjetischen Straßenmusikern. Vielleicht sollte das ein indirektes Plädoyer sein, lieber die ältere, erst jetzt ins Deutsche übersetze „Perversion“ von Andruchowytsch zu lesen: einen Venedigroman, der sprachlich auch in der Übersetzung statt Exkremente einige Experimente bietet. Wir haben’s zu Beginn vom Autor gehört und zum Schluss gefühlt: Von Geopoetik habe er die Nase voll.

Yuri Leidermans geopoetische Abstraktionen

Februar 7, 2010

Eine Ausstellung im Essener Museum Folkwang

27. November 2009 – 12. Februar 2010

http://www.museum-folkwang.de/de/ausstellungen/aktuell/yuri-leiderman.html

Nur noch diese Woche steht Yuri Leidermans Installation im Essener RWE-Turm – eine Ausstellung des Museums Folkwang, die von Sabine Maria Schmidt kuratiert wurde. Drei Frauen in russischer Tracht sitzen auf einem dreistufigen Podium und lesen auf Russisch nun schon über die Dauer von vier Monaten Puškins Kapitanskaja dočka (dt. Hauptmannstocher) immer wieder vom Anfang bis zum Schluss vor. Ein Roman, dessen sentimentales Sujet sich vor dem Hintergrund des Pugačov-Aufstandes Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt und der, wie Leiderman im zur Ausstellung erschienenen Katalog festhält, zum Schulpflichtprogramm für die fünfte Klasse gehört, also für die Kinder von 11 bis 12 Jahren. Die als Geopoetik-19 benannte Installation mit dem Untertitel „Die Ehre hüt von Jugend auf“ – ein bezeichnendes Motto des Puškins Romans – ist, so hält der Vertreter des russischen Konzeptualismus im Katalog weiter fest, von einer Episode des sowjetischen Films Malen’kaja Vera (dt. Kleine Vera) inspiriert. Fotografien von Orten ehemaligen Künstlerglücks und eine Laubsägen-Schiffsbesatzung aus früheren Performancefiguren ergänzen die Ausstellung Leidermans. Am Donnerstag, den 11. Februar von 11 bis 14 Uhr nehmen die Frauen zum letzten Mal auf dem Podium Platz und dann heißt es wieder „Die Ehre hüt von Jugend auf“.

Ohne Titel, Entwurfsskizze zu „Die Ehre hüt von Jugend auf“, Geopoetik-19, Performance und Ausstellung, Museum Folkwang im RWE Turm, Essen 2009

© Yuri Leiderman

Öffnungszeiten RWE Turm, Opernplatz 1, Essen:

Mo–Fr 10–18 Uhr

Eintritt frei

Ein Ausstellungsvideo ist auf YouTube zu sehen:

Ein weiteres Video läuft in der Ausstellung.