Veranstaltungshinweis: Über die Kolyma – Straße der Knochen

April 10, 2018 by

Präsentation des Buches Über die Kolyma mit Texten von Warlam Schalamow

Sequenzen aus dem Dokumentarfilm KOLYMA – Straße der Knochen von Stanisław Mucha

Gespräch mit Franziska Thun-Hohenstein, Gabriele Leupold und Stanisław Mucha
Moderation: Volker Weichsel
Lesung: Frank Weigand

12.04.2018 | 19.30 Uhr
LCB – Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5, 14109 Berlin
Eintritt 8.- / 5.- Euro

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

»An welcher Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie von alldem erzählen?«, fragt Warlam Schalamow auf den ersten Seiten von »Über die Kolyma«. Der Band versammelt erstmals übersetzte, autobiografische Texte des »Chronisten der Menschheitsverbrechen im Gulag« (NZZ), die sein Ringen um Selbsterkenntnis zeigen und unmittelbar an dem teilhaben lassen, was er während seiner vierzehnjährigen Strafgefangenschaft in der Kolyma- Region erlebte. Neben der Herausgeberin des Buches, Franziska Thun-Hohenstein, und Schalamows Übersetzerin Gabriele Leupold spricht an diesem Abend Stanisław Mucha mit dem OSTEUROPA-Redakteur Volker Weichsel über die 2.000 Kilometer lange Trasse im tiefsten Nordosten Sibiriens, die einst verschiedene Lager verband. In seinem Dokumentarfilm »KOLYMA – Straße der Knochen« kreuzt der Regisseur die Wege der Lebenden, der Dagebliebenen und -geborenen und zeigt, inwiefern die Gegenwart Vergangenes überschreiben kann. Der Film ist mit Unterstützung des Grenzgänger- Programms realisiert worden und wird in Ausschnitten gezeigt.

Eine Veranstaltung des LCB mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.

Hier geht es zur Veranstaltungsankündigung und zur Beschreibung des Buches Über die Kolyma von Matthes & Seitz.

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Veranstaltungshinweis: Lesung und Gespräch mit Andrzej Sosnowski

März 25, 2018 by

Eine weitere Veranstaltung im Rahmen der Reihe LiteraturPOLSKA vom Polnischen Institut Berlin in Zusammenarbeit mit dem Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin.

27.03.2018 | 19.00 Uhr
Auditorium im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum
Geschwister-Scholl-Str. 1-3, 10117 Berlin
Eintritt: frei

Gedichte in deutscher Übersetzung von Inez Okulska und Gerhard Gnauck

Moderation: Prof. Dr. Brygida Helbig-Mischewski
Dolmetscher: Tomasz Olszówka
Kurator: Artur Szlosarek
Schirmherrschaft: Prof. Dr. Alfrun Kliems und Prof. Dr. Michał Mrugalski

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

© Wiacek

Andrzej Sosnowski (geb. 1959 in Warschau) ist Dichter, Übersetzer, Essayist. Er hat über ein Dutzend Gedichtbände veröffentlicht, darunter „Życie na Korei“ (Leben in Korea, 1992), „Stancje“ (Pension, 1997), „Zoom“ (2000), „Taxi“ (2003), „Gdzie koniec tęczy nie dotyka ziemi“ (Wo das Ende des Regenbogens die Erde nicht berührt, 2005) „Poems“ (2010) und „Dom ran“ (Haus der Wunden, 2015) sowie den Prosaband „Konwój. Opera“ (Konvoi. Oper, 1999). Im vergangenen Jahr erschienen sein Langpoem „Trawers“ (Traverse) sowie eine große Auswahl von Gedichten mit dem Titel „Zmienia to postać legendarnych rzeczy“ (Dies verändert die Gestalt legendärer Dinge). Darüber hinaus übersetzte Sosnowski Werke u. a. von John Ashbery, Jane Bowles, John Cage und Henry Green ins Polnische. Den Rest des Beitrags lesen »

Veranstaltungshinweis: Pralinen vom roten Stern. Lesungen mit Oleksandr Irvanec‘

März 5, 2018 by

Im März 2018 ist Oleksandr Irvanec‘ [Irvanez] mit seinem Buch Pralinen vom roten Stern (Orig.: Riwne/Rowno) auf Deutschlandtour. Lesungen gibt es u.a. in Berlin und Hamburg.

Kurzbeschreibung des Romans von den Hamburger Veranstalter_innen:

Der Roman ist eine satirische Antiutopie mit ernstem Hintergrund – die westukrainische Stadt Riwne findet sich nach einem Putsch in der „Sozialistischen Ukrainischen Volksrepublik“ wieder und verdankt es einem Zufall, dass eine Hälfte – ganz gleich Westberlin – zu einer Art Insel in fremdem Staatsgebiet geworden und durch eine Mauer vom anderen Teil getrennt ist. Von hier bricht der Held unserer Geschichte einer Einladung folgend in den Ostteil auf, ohne zu ahnen, welch kafkaeskes Abenteuer ihm bevor steht.

Termine: Den Rest des Beitrags lesen »

Veranstaltungshinweis: Helena Bohle-Szacki (27.2.1928 – 21.8.2011). Von Białystok nach Berlin

Februar 21, 2018 by

Noch eine interessante Veranstaltung — leider am selben Termin:

27.02.2018 | 19.00 Uhr
Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt: frei

Eine Veranstaltung der Stiftung Topographie des Terrors in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, dem Polnischen Institut Berlin, dem Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin und dem Lette Verein Berlin.

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Helena Bohle-Szacki, 1928 in Białystok geboren, stammte aus einer deutsch-polnisch-jüdischen Familie. 1944 wurde sie von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Von Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 musste sie Zwangsarbeit in Helmbrechts, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, leisten. Nach dem Krieg studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Łódź und war danach erfolgreich in der Modebranche tätig. Seit Ende 1968 lebte sie in West-Berlin und war u.a. Dozentin am Lette-Verein Berlin. Ihre Grafiken wurden im In- und Ausland ausgestellt.

In der Veranstaltung werden erstmals längere Ausschnitte eines Interviews präsentiert, das Martin Hilbert und Thomas Gaevert im Rahmen ihres Filmprojekts „Ausgelöscht. Bialystok und seine Juden” 2006 mit Helena Bohle-Szacki geführt haben. Ein 2005 mit ihr auf Polnisch geführtes Interview gehört zum Video-Archiv „Zwangsarbeit 1939–1945” und ist Teil der Online-Anwendung „Lernen mit Interviews” des Centers für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin. Im Sommer 2017 zeigte die „Galeria im. Sleńdzińskich” in Białystok eine große Ausstellung zu Leben und Werk der Künstlerin.

Programm: Den Rest des Beitrags lesen »

Veranstaltungshinweis: Lesung und Gespräch mit Tomasz Różycki

Februar 21, 2018 by

Veranstaltung im Rahmen der Reihe LiteraturPOLSKA vom Polnischen Institut Berlin und dem Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin

27.02.2018 | 19.00 Uhr
Auditorium im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum
Geschwister-Scholl-Str. 1-3, 10117 Berlin
Eintritt: frei

Kurator: Artur Szlosarek
Moderation: Prof. Dr. Brygida Helbig-Mischewski
Dolmetscher: Tomasz Olszówka
Schirmherrschaft: Prof. Dr. Alfrun Kliems und Prof. Dr. Michał Mrugalski

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

© Slav Zatoka

Tomasz Różycki (geb. 1970) ist Lyriker, Essayist und Übersetzer. Er veröffentlichte u.a. die Gedichtbände „Księga obrotów” (2010) und „Litery” (2016), den Roman „Bestiarium” (2012) und den Essayband „Tomi. Notatki z miejsca postoju“ (2013), für die er u. a. mit dem renommierten Kościelski-Preis (2004) und dem Northern California Book Award (2014) ausgezeichnet wurde. Seine Bücher erschienen u.a. in Frankreich, Deutschland, Italien und China. Den Rest des Beitrags lesen »

Veranstaltungshinweis: The Artist as Institution. The Unique Archive of Moscow Conceptualism 1978-2014. Ausstellungseröffnung

Februar 8, 2018 by

Collected, published and presented by Vadim Zakharov
in a co-llaboratory with the Humboldt-University of Berlin

Vadim Zakharov ist ein bedeutender Vertreter des Moskauer Konzeptualismus, der zugleich einer der wichtigsten Archivare dieser in der inoffiziellen Sphäre der spätsowjetischen Kultur entstandenen Kunst- und Literaturrichtung ist. In einer Situation, in der die inoffizielle Literatur und Kunst keine Möglichkeiten der Institutionalisierung, der Etablierung und Kanonisierung hatte, hat Vadim Zakharov schon früh (seit den 1980er Jahren) die Rolle einer dieses instutionelle Vakuum kompensierenden „Institution“ übernommen. Auch in Deutschland, wo Zakharov seit langem lebt, hat er diese Rolle beibehalten und so auch zur Vermittlung und Etablierung des Moskauer Konzeptualismus im Ausland beigetragen. Zum 25-jährigen Jubiläum seiner selbstherausgegebenen (Samizdat) Zeitschrift Pastor hat Vadim Zakharov gemeinsam mit Studierenden der HU aus den Beständen seines persönlichen Archivs eine Ausstellung konzipiert und gestaltet, die nun für einen Monat in Berlin zu sehen sein wird.

Eröffnung: Samstag, 10. Februar 2018  von 18.00 bis 22.00 Uhr
Ausstellung: 10. Februar 2018 – 10. März 2018

Vadim Zakharov FREEHOME
Eisenacherstr 103A
10781 Berlin Schöneberg

Anmeldung per Email unbedingt erforderlich:
vadimzakharov [at] gmx.net

Vortrag + Vernissage: Praktiken historischer Aufarbeitung – Wissenschaftlich-künstlerische Collagen zur sowjetischen Geschichte

Dezember 8, 2017 by

Vortrag von Ivan Kulnev zur Eröffnung seiner Ausstellung „Das sowjetische Experiment“ (100 Jahre Oktoberrevolution und 80. Jahrestag des Großen Terrors in der UdSSR  in Collagen aus zeitgenössischem und historischem Bild- und Textmaterial)

Montag, 11. Dezember 2017, 18:00 Uhr
Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 65, 10117 Berlin, 5. OG


Hier der Ankündigungstext der Organisator_innen:

Die Ausstellung „Das sowjetische Experiment“ des russischen Historikers und Künstlers Ivan Kulnev (M.A.) kombiniert die Praxis der historische Analyse mit einer künstlerisch-ästhetischen Präsentation. Kulnev regt mit seinen Collagen einen Diskurs über die Entstehung, den Verlauf und das Scheitern des „sowjetischen Experiments“ an. Hierzu trug er im Rahmen seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Sowjetunion sowie ihrer Vor- und Nachgeschichte zum Teil erstmals Zeitungsausschnitte, Texte, Bilder, Fotografien und Filmstills aus Archiven zusammen, die er in Collagen neu arrangiert. Der Betrachter soll sich anhand einer Vielzahl von visuellen und textuellen Quellen historisch verorten, um die Zusammenhänge der jeweiligen Zeit besser verstehen und Schlussfolgerungen für die Gegenwart und Zukunft ziehen zu können. Den Rest des Beitrags lesen »

Veranstaltungshinweis: „Betrojerinki. Polnische Pflegerinnen in Deutschland.“ Gespräch mit Anna Wiatr

Dezember 4, 2017 by

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Res Polonica im buch|bund spricht Anna Wiatr am Donnerstag über ihre Reportage Betrojerinki, in der sie sich mit der Situation polnischer Pflegerinnen in Deuschland beschäftigt.

7.12.2017 | 19:00 Uhr | Eintritt: frei
Sanderstrasse 8 | 12047 Berlin

Das Gespräch wird auf Polnisch geführt und simultan ins Deutsche gedolmetscht.

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Um eine polnische Pflegerin in Deutschland zu werden, braucht man keine Qualifikationen. Man muss einfach nur loslegen. Was man in Deutschland braucht, sind Geduld, die Fähigkeit, Grenzen zu setzen, und ein Laptop mit Skype. Nach zwei Monaten kann man dann um die 10.000 Złoty mit nach Hause nehmen und – vielleicht – die Frage, was einen noch in Polen hält.

Wer sich aber kaum vorstellen kann, sieben Tage die Woche, 22 Stunden am Tag für alte kranke Menschen auf Abruf stehen zu müssen, der sollte diese Reportage lesen.

Betrojerinki [Betreuerinnen] ist nicht bloß eine Geschichte über die Arbeit, die Tausende Polinnen im Auftrag ihrer westlichen Nachbarn verrichten, sondern auch eine Geschichte über den polnischen Staat, der ihnen kein Leben in Würde garantieren kann.“ Den Rest des Beitrags lesen »

Veranstaltungshinweis: Buchpremiere der Anthologie Revolution Noir. Autoren der russischen „neuen Welle“

November 28, 2017 by

Lesung & Gespräch mit Julia Kissina (Herausgeberin),
Ann Cotten und Ingolf Hoppmann

29.11.2017 (morgen!) um 20.00 Uhr
Roter Salon der Volksbühne (Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin)

Moderation: Meike Feßmann
Lesung der deutschen Texte: Frank Arnold

Eintritt: 8 € / erm. 6 €

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Ein Mann geht durch Moskau, verirrt sich in die Welt der Engel, ohne seine Umgebung zu verlassen.

Er wird ein Doppelagent der Wirklichkeit, der dem Schöpfer auf die Spur kommen will. Paracelsus und Alfred Jarry geistern durch die Texte und Franz Kafka, der noch in den dreißiger Jahren mit Frau, Sohn und Enkelkind ein glückliches, etwas ödes Leben in Prag führte, um sich eines Tages von seinem „Wiedergänger“ zu verabschieden.

Hundert Jahre nach den Revolutionen des Jahres 1917 lässt Julia Kissina Autoren zu Wort kommen, die zum antirealistischen Unterstrom der russischen Literatur seit den 60er Jahren gehören. Ihre Lehrer sind Gogol und Charms; die heutigen Vertreter, wie Julia Kissina selbst, häufig Doppelbegabungen: Maler, Bildhauer, Philosophen. Wie alltägliche, scheinbar langweilige Ereignisse sich in etwas Rätselhaftes verwandeln, die Normalität aufgekündigt wird, Traum und Wahn überhand nehmen – Literatur als Wunder der Wahrnehmung ist der gemeinsame Nenner der Prosastücke. Den Rest des Beitrags lesen »

Alternatives Kulturleben am Rande des Krieges. Platforma Tju – eine Organisation für kulturpolitisches Engagement in Mariupol

November 28, 2017 by

Beitrag von Karina Bakhteeva

Mariupol ist eine ukrainische Stadt, die zehn Kilometer entfernt vom Kriegsgebiet liegt. Um die Stadt herum befinden sich zehn Kontrollpunkte der Armee, die Tag und Nacht alle Einreisenden und Ausreisenden überprüfen. Wer hier überhaupt hineinkommt, wird von den unvorstellbaren Kontrasten der alltäglichen Realität überwältigt – mal niedergeschlagen, mal fasziniert und in einen Zustand größter Hoffnung versetzt.

Über die alltäglichen Gegensätze und ihre Hoffnungen sprachen am 21. November 2017 die GründerInnen der ukrainischen Organisation Platforma Tju (Mariupol) in den Räumlichkeiten des Instituts für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin. Die von Studierenden selbst initiierte Veranstaltung wurde zum Treffpunkt für VertreterInnen der ukrainischen Botschaft, der ukrainischen Diaspora und für interessierte StudentInnen des Instituts. Im Mittelpunkt des Gesprächs: das alternative und einzigartige Kulturleben in Mariupol, das zu einem Mekka für KünstlerInnen aus der ganzen Ukraine und einem sicheren Ort der Menschenrechtsbewegung geworden ist.

Gespräch mit den GründerInnen der Platforma Tju an der HU Berlin am 21.11.2017. Foto: Manfried Hammer

Vor eineinhalb Jahren waren Diana Berg und Dmytro Stupnik – GründerInnen der Platforma Tju einfach nur DesignerInnen. Diana floh aus Donezk im letzten Moment, als es noch möglich war, versuchte sich zuerst in L’viv ein Leben aufzubauen, und kehrte dann später dennoch in die Ostukraine zurück. Nach Mariupol, wo es noch sicher war und wo sie alles ein wenig an ihr früheres Zuhause erinnerte. Dmytro Stupnik, geborener Mariupoler, organisierte friedliche Aktionen und Menschenketten der Einheit, als im Jahr 2014 die Majdan-Bewegung in der ganzen Ukraine begann und die Gefahren der „russischen Welt“ („Russkij mir“) und eingespielte Provokationsszenarien auch in Mariupol spürbar wurden. Als Diana und Dmytro sich – schon nach dem Euromaidan – kennenlernten, waren die Ideen einer aktiven zivillgesellschaftlichen Bewegung und eines unkonventionellen Begegnungsorts für alle nicht nur verzweifelte Fantasien, sondern ein unausweichliches Ziel, das unbedingt und schon sehr bald mitten in Mariupol umgesetzt werden sollte. Den Rest des Beitrags lesen »