Archive for the ‘Objekt der Woche’ Category

Jugopracht. Eine Denkmalreihe (6/10)

Juni 25, 2011

Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges, ?, ?

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Wer über Informationen zu diesem Denkmal verfügt, melde sich! Ich konnte weder den Künstler/Architekten noch das Jahr der Fertigstellung ausfindig machen.

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Jugopracht. Eine Denkmalreihe (5/10)

Juni 9, 2011

"Tri pesnice" (Drei Fäuste), Ivan Sabolić, 1963

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Jugopracht. Eine Denkmalreihe (4/10)

Juni 2, 2011

"Spomenik NOB u Ilirskoj Bistrici", Janez Lenassi/Živa Baraga, 1966

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Jugopracht. Eine Denkmalreihe (3/10)

Mai 22, 2011

"Spomenik revoluciji u Moslavini" (Denkmal für die Revolution in Moslavina), Dušan Džamonja, 1957

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Jugopracht. Eine Denkmalreihe (2/10)

Mai 18, 2011

"Spomenik Kosmajskom NOP odredu" (Denkmal zu Ehren der Partisanen-Brigade auf dem Kosmaj), Vojin Stojić/Gradimir Medaković, 1982?

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Jugopracht. Eine Denkmalreihe (1/10)

Mai 11, 2011

"Spomenik hrabrima" (Denkmal für die Mutigen), Miodrag Živković, 1967-69

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Die Lust am Text wird mir keiner verderben!

April 8, 2011

Am 4. April 2011 sprach Prof. Dr. Dean Duda (Zagreb) in der serbischen Nationalbibliothek in Belgrad über Roland Barthes (siehe die Ankündigung des Vortrags  „Roland Barthes, Populärkultur und Literaturtheorie“ auf der Homepage der Narodna Biblioteka Srbije). Duda nutzte diesen Vortrag als Anlass – soweit ich seiner Argumentation folgen konnte –, um eine gründliche Kritik an der zeitgenössischen Literaturtheorie zu üben. Diese Theorie, so Duda, sei selbstgefällig, den erkenntnistheoretischen Debatten und Entwürfen der 1960er Jahre verhaftet und habe durch den seitdem anhaltenden Methodenpluralismus an Aussagekraft und Präzision verloren. Die zentrale These des Abends lautete, dass dieser Zustand hauptsächlich Roland Barthes verschuldet sei.

Aus Roland Barthes machte Duda so etwas wie einen ‚begnadeten Werbetexter‘ und erhob ihn zur Frontfigur einer Generation von Theoretiker_innen, deren Schriften vor allem durch Sloganhaftigkeit und Plakativität gekennzeichnet sind. In einem polemisch anmutenden Tonfall verurteilte er Texte wie S/Z oder La chambre claire zu bloßen attraktiven Objekten voller Aphorismen und fragte nach dem Wert der Barthes’schen Erkenntnisse für die heutige Wissenschaft, ja stellte ihre Relevanz gar in Frage.

Die distanzierte, fast zynische Position, die Duda einnimmt – wenn er bspw. verbatim sagt: „U zadnjih 20 godina uživamo u hibridnim, da ne kažem u  b a s t a r d n i m  tekstovima“ –, mag das Auslösen einer leidenschaftlichen Diskussion zum Zweck haben. Ich erlaube mir an dieser Stelle trotz alledem auf ihr fehlendes Differenzierungsvermögen hinzuweisen. Barthes auf seine sog. aphoristische Schreibweise zu reduzieren sowie zu betonen, dass Viktor Šklovskij sich schon vor ihm und pointierter den persönlich angehauchten essayistischen Stil zu Eigen gemacht hatte, verfehlt das Wesentliche. Der Vergleich mit Šklovskij ist dennoch gar nicht schlecht und in vieler Hinsicht treffend: Die Texte beider Theoretiker gilt es, meiner Ansicht nach, in Verbindung mit ihrem jeweiligen Entstehungskontext zu betrachten; in beiden Fällen handelt es sich um sehr radikale, wenn auch theoretisch und inhaltlich recht heterogene Textkorpora und Denkapparate, die viel Reibefläche bieten und nicht frei von Widersprüchen sind. Aber es ist genau die Radikalität und der Einfallsreichtum ihrer Thesen, die als Reaktion auf oder als Widerstand gegen einen gegebenen, stark normativen soziohistorischen Kontext überhaupt erst entstanden sind und sie zu inspirierenden Denkanstößen und fruchtbaren Instrumenten für eine weitere Auseinandersetzung machen.

Wird im heutigen Verständnis die Ausrufung des Tods des Autors etwa durch etwas Anderes ersetzt (L’auteur est mort! Vive l’auteur!), so wurde dieses neue Denken über Autorschaft überhaupt erst durch die intellektuelle Kompromisslosigkeit – unter anderem – eines Barthes ermöglicht.

Nehme ich Duda zu Ernst? Tippe ich in genau dieselbe Falle? War sein Paper samt plakativer These als produktiver Denkanstoß zur angeregten und anregenden Diskussion angedacht und nicht als bloßes destruktives Bashing? Gewiss. Somit schreibt sich mein Text in einen reaktionären Gestus ein – als ein etwas humorloses Pamphlet à la „Dude, don’t touch my buddy!“  Doch schrie mein Leserinnenherz und wollte gehört werden: Texte wie Mythologies oder S/Z sind – und es mag einerseits an der Schreibweise liegen, andererseits aber sicherlich auch an der immensen kreativen Denkleistung, von der sie sich speisen – ein besonderer Lesegenuss; und das heute noch!

Am Montag, 4. April 2011 sprach Prof. Dr. Dean Duda (Zagreb) in der serbischen Nationalbibliothek in Belgrad über Roland Barthes (siehe die Ankündigung des Vortrags  „Roland Barthes, Populärkultur und Literaturtheorie“ auf der Homepage der Narodna Biblioteka Srbije). Duda nutzte diesen Vortrag als Anlass – soweit ich seiner Argumentation folgen konnte –, um eine gründliche Kritik an der zeitgenössischen (Literatur-) Theorie zu üben. Diese Theorie, so Duda, sei selbstgefällig, den erkenntnistheoretischen der 1960er Jahre verhaftet und habe durch den seitdem anhaltenden Methodenpluralismus an Aussagekraft und Präzision verloren.Aus Roland Barthes machte Duda hierbei fast so etwas wie einen ‚begnadeten Werbetexter‘ und erhob ihn zur Frontfigur einer Generation von Theoretiker_innen, deren Schriften sich vor allem durch Sloganhaftigkeit und Plakativität kennzeichnen. In einem polemisch anmutenden Tonfall verurteilte er Texte wie z.B. S/Z
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Am Montag, 4. April 2011 sprach Prof. Dr. Dean Duda (Zagreb) in der serbischen Nationalbibliothek in Belgrad über Roland Barthes (siehe die Ankündigung des Vortrags  „Roland Barthes, Populärkultur und Literaturtheorie“ auf der Homepage der Narodna Biblioteka Srbije). Duda nutzte diesen Vortrag als Anlass – soweit ich seiner Argumentation folgen konnte –, um eine gründliche Kritik an der zeitgenössischen (Literatur-) Theorie zu üben. Diese Theorie, so Duda, sei selbstgefällig, den erkenntnistheoretischen der 1960er Jahre verhaftet und habe durch den seitdem anhaltenden Methodenpluralismus an Aussagekraft und Präzision verloren.

Aus Roland Barthes machte Duda hierbei fast so etwas wie einen ‚begnadeten Werbetexter‘ und erhob ihn zur Frontfigur einer Generation von Theoretiker_innen, deren Schriften sich vor allem durch Sloganhaftigkeit und Plakativität kennzeichnen. In einem polemisch anmutenden Tonfall verurteilte er Texte wie z.B. S/Z oder La chambre claire zu bloßen attraktiven Objekten voller Aphorismen und fragte nach dem Wert der Barthes’schen Erkenntnisse, ja stellte ihre Relevanz für heutige wissenschaftliche Auseinandersetzung gar in Frage.

Die distanzierte, fast zynische Position, die Duda einnimmt – wenn er bspw. verbatim sagt: „U zadnjih 20 godina uživamo u hibridnim, da ne kažem  b a s t a r d n i m  tekstovima“ – mag das Auslösen einer leidenschaftlichen Diskussion zum Zweck haben. Ich erlaube mir an dieser Stelle trotz alledem auf ihr fehlendes Differenzierungsvermögen hinzuweisen. Barthes auf seine sog. aphoristische Schreibweise zu reduzieren und zu betonen, dass Viktor Šklovskij sich schon vor ihm den persönlich angehauchten essayistischen Stil zu Eigen gemacht hatte, verfehlt das Wesentliche. Dabei ist der Vergleich mit Šklovskij gar nicht schlecht und in vieler Hinsicht treffend: Die Texte der beiden Theoretiker gilt es, meiner Ansicht nach, in Verbindung mit dem soziohistorischen Kontext der Entstehung zu betrachten.

oder La chambre claire zu bloßen attraktiven Objekten voller Aphorismen und fragte nach dem Wert der Barthes’schen Erkenntnisse, ja stellte ihre Relevanz für heutige wissenschaftliche Auseinandersetzung gar in Frage.

Die distanzierte, fast zynische Position, die Duda einnimmt – wenn er bspw. verbatim sagt: „U zadnjih 20 godina uživamo u hibridnim, da ne kažem  b a s t a r d n i m  tekstovima“ – mag das Auslösen einer leidenschaftlichen Diskussion zum Zweck haben. Ich erlaube mir an dieser Stelle trotz alledem auf ihr fehlendes Differenzierungsvermögen hinzuweisen. Barthes auf seine sog. aphoristische Schreibweise zu reduzieren und zu betonen, dass Viktor Šklovskij sich schon vor ihm den persönlich angehauchten essayistischen Stil zu Eigen gemacht hatte, verfehlt das Wesentliche. Dabei ist der Vergleich mit Šklovskij gar nicht schlecht und in vieler Hinsicht treffend: Die Texte der beiden Theoretiker gilt es, meiner Ansicht nach, in Verbindung mit dem soziohistorischen Kontext der Entstehung zu betrachten.

Was geht Iggy Pop durch den Kopf?

Januar 10, 2011

Plakatkunst 2.0

Oktober 6, 2010

a/ Wer in sowjetischer Plakatkunst versiert ist, wird hier wohl mehrere graphische und ideologische Leitmotive wiedererkennen: die plakative Ausrufung der Gleichberechtigung und Emanzipation der sowjetischen Frau, die aber unter der liebstrengen Aufsicht eines ikonischen Stalins allein friedlich erfolgen kann, etc.

b/ Wer nun aufmerksam diesen Satz gelesen hat, wundert sich: >>Stalin?? Auf diesem Bild sehe ich keinen Stalin, geschweige denn einen ikonischen Stalin… Was erzählt sie denn?<<

c/ Wer mich persönlich kennt, wird bereits meine Frisur in siebenfacher Ausführung wiedererkannt haben und vielsagend die Augen gen Himmel gerollt haben.

d/ Alle anderen Blogleser_innen müssen sich leider mit dem Bild und seiner Betrachtung begnügen — reicht es aber nicht völlig aus?!

Mauerfälle

Oktober 2, 2010

von Philipp Goll

Exportweltmeister Deutschland lässt sich nicht lumpen und exportiert selbst Mauerfragmente – als Zeichen der Freiheit versteht sich. In Danzig etwa steht so ein Stückchen Freiheit, wohl platziert zwischen Solidarność-Zentrale und der ständigen Ausstellung „Droga do wolności – Weg in die Freiheit“. Und auch in Kiew vor der deutschen Botschaft. Doch nicht jeder begrüßt den Exporteifer. Schon Goran Svilanović wusste über Europas neue Grenzregime zu sagen: „Nicht alle Steine der Berliner Mauer verschwanden im Museum, einige von ihnen dienen zum Bau der neuen Schengen-Mauer“. Auch in Kiew wird das Mauerstück mit Skepsis beäugt. Für den Journalisten Vitalij Atanasov sind die Importe von Mauerfragmenten in osteuropäische Städte weniger Symbol der Freiheit. Bezüglich der erniedrigenden Prozeduren, die UkrainerInnen an westlichen Botschaften über sich ergehen lassen müssen, um an ein Visum zu gelangen, schreibt er: „Das Fragment der Berliner Mauer verweist weniger auf die Befreiungserfahrung als auf neue Mauern, die zwischen den Ländern bestehen.“ So sieht’s aus. Alles Gute zum Zwanzigsten, liebes Einheitsdeutschland!