Veranstaltungshinweis: Gespräch über Rachela Auerbach und ihre Schriften aus dem Warschauer Ghetto

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Gespräch mit Karolina Szymaniak und Jan T. Gross

Eine Veranstaltung im Buchbund (Sanderstraße 8 | 12047 Berlin)

26.04.2018 | 19:00 Uhr
Polnisch mit Simultandolmetschung ins Deutsche
Eintritt: 4 €

Um Voranmeldung wird gebeten unter: info[at]buchbund.de.
Bitte geben Sie auch an, ob Sie eine Übersetzung aus dem Polnischen brauchen.

Hier der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

„​R​achel Auerbach​s Schriften aus ihrer Zeit im Warschauer Ghetto überdauerten in Emanuel Ringelblums Untergrundarchiv. Sie sind ein außergewöhnliches Zeugnis, bilden sie doch unterschiedliche Blickwinkel ab: Auerbach schreibt als Autorin und leidenschaftliche Anhängerin der jüdischen Kultur, deren unaufhaltsame Vernichtung sie mitansehen muss; sie schreibt als Mitarbeiterin Ringelblums, die Abhandlungen verfasst und Materialien für ihn zusammenträgt; und schließlich schreibt sie als Leiterin der Ghettoküche, die Lebensmittel organisiert und Teller mit Suppe füllt. ​

Auerbach​ rang mit der Unmöglichkeit einer Schilderung der Ghetto-Erfahrung. Doch es scheint, als habe sie eine Methode zur Überwindung dieser Unmöglichkeit gefunden: die makabre Groteske, die dem Tagebuch der Autorin ihren Stempel aufdrückt​. Jenes Tagebuch – zweifellos eines der wichtigsten Holocaustdokumente – führte Auerbach auf Polnisch, ihren Abschiedsbrief hingegen setzte sie auf Jiddisch auf, war sie doch in beiden Sprachen zu Hause.“ Jacek Leociak  [Hier geht es zum vollständigen polnischsprachigen Text von Jacek Leociak zu Auerbachs Schriften.]

Rachela Auerbach (Rokhl Auerbakh) (18. Dezember 1903 – 31. Mai 1976) war eine polnisch-jüdische Schriftstellerin, Essayistin, Historikerin, Holocaust-Gelehrte und Überlende des Holocaust. Sie schrieb auf Polnisch und Jiddisch, ihr Schwerpunkt lag auf dem kulturellen jüdischen Leben der Vorkriegszeit sowie auf der Dokumentation des Holocaust und der damit verbundenen Sammlung von Zeitzeugenaufzeichnungen. Sie war eine der drei überlebenden Mitarbeiter des von Emanuel Ringelblum geleiteten Untergrundarchivs „Oyneg Shabes“, welches den
Alltag im Warschauer Ghetto aufzeichnete. Nach dem Krieg initiierte sie die Ausgrabung der von der Gruppe vergrabenen Manuskripte. In Israel leitete sie von 1954 bis 1968 die Abteilung für die Sammlung von Zeugenaussagen der Internationalen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem.

Dr. Karolina Szymaniak arbeitet als Dozentin am Jüdischen Historischen Institut in Warschau sowie an der Universität in Wroclaw (Institut für Jüdische Studien). Sie ist zudem als Redakteurin und Übersetzerin aus dem Jiddischen und Englischen tätig. Ihre Forschungsinteressen erstrecken sich von moderner jüdischer Literatur und Kultur, polnisch-jüdischen literarischen und kulturellen Beziehungen, Erinnerungspolitiken, Theorien des Modernismus und der Avantgarde bis hin zu Frauenliteratur und Übersetzungswissenschaften. Sie ist die Herausgeberin von Rachel Auerbachs Schriften aus dem Ghetto, einer erste kommentierte Gesamtausgabe von Auerbachs wichtigsten Texten in der Zeit von 1941-1942.

Prof. Jan Tomasz Gross, geboren 1947 in Warschau, emigrierte 1969 in die Vereinigten Staaten, studierte Soziologie an der Yale University, arbeitete an verschiedenen Universitäten in Amerika und Europa und lehrt seit 2003 Geschichte an der Princeton University. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zu seinen wichtigsten Werken zählen: „Nachbarn. Der Mord an den Juden von Jedwabne“ (2001). „Angst: Antisemitismus nach Auschwitz in Polen“ (2012) sowie „Uncivil Society: 1989 and the Implosion of the Communist Establishment“ (2010).

Hier geht es zur Veranstaltungsankündigung  auf der Website des buch|bund.

 

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