Archive for November 2017

Veranstaltungshinweis: Buchpremiere der Anthologie Revolution Noir. Autoren der russischen „neuen Welle“

November 28, 2017

Lesung & Gespräch mit Julia Kissina (Herausgeberin),
Ann Cotten und Ingolf Hoppmann

29.11.2017 (morgen!) um 20.00 Uhr
Roter Salon der Volksbühne (Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin)

Moderation: Meike Feßmann
Lesung der deutschen Texte: Frank Arnold

Eintritt: 8 € / erm. 6 €

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Ein Mann geht durch Moskau, verirrt sich in die Welt der Engel, ohne seine Umgebung zu verlassen.

Er wird ein Doppelagent der Wirklichkeit, der dem Schöpfer auf die Spur kommen will. Paracelsus und Alfred Jarry geistern durch die Texte und Franz Kafka, der noch in den dreißiger Jahren mit Frau, Sohn und Enkelkind ein glückliches, etwas ödes Leben in Prag führte, um sich eines Tages von seinem „Wiedergänger“ zu verabschieden.

Hundert Jahre nach den Revolutionen des Jahres 1917 lässt Julia Kissina Autoren zu Wort kommen, die zum antirealistischen Unterstrom der russischen Literatur seit den 60er Jahren gehören. Ihre Lehrer sind Gogol und Charms; die heutigen Vertreter, wie Julia Kissina selbst, häufig Doppelbegabungen: Maler, Bildhauer, Philosophen. Wie alltägliche, scheinbar langweilige Ereignisse sich in etwas Rätselhaftes verwandeln, die Normalität aufgekündigt wird, Traum und Wahn überhand nehmen – Literatur als Wunder der Wahrnehmung ist der gemeinsame Nenner der Prosastücke. (more…)

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Alternatives Kulturleben am Rande des Krieges. Platforma Tju – eine Organisation für kulturpolitisches Engagement in Mariupol

November 28, 2017

Beitrag von Karina Bakhteeva

Mariupol ist eine ukrainische Stadt, die zehn Kilometer entfernt vom Kriegsgebiet liegt. Um die Stadt herum befinden sich zehn Kontrollpunkte der Armee, die Tag und Nacht alle Einreisenden und Ausreisenden überprüfen. Wer hier überhaupt hineinkommt, wird von den unvorstellbaren Kontrasten der alltäglichen Realität überwältigt – mal niedergeschlagen, mal fasziniert und in einen Zustand größter Hoffnung versetzt.

Über die alltäglichen Gegensätze und ihre Hoffnungen sprachen am 21. November 2017 die GründerInnen der ukrainischen Organisation Platforma Tju (Mariupol) in den Räumlichkeiten des Instituts für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin. Die von Studierenden selbst initiierte Veranstaltung wurde zum Treffpunkt für VertreterInnen der ukrainischen Botschaft, der ukrainischen Diaspora und für interessierte StudentInnen des Instituts. Im Mittelpunkt des Gesprächs: das alternative und einzigartige Kulturleben in Mariupol, das zu einem Mekka für KünstlerInnen aus der ganzen Ukraine und einem sicheren Ort der Menschenrechtsbewegung geworden ist.

Gespräch mit den GründerInnen der Platforma Tju an der HU Berlin am 21.11.2017. Foto: Manfried Hammer

Vor eineinhalb Jahren waren Diana Berg und Dmytro Stupnik – GründerInnen der Platforma Tju einfach nur DesignerInnen. Diana floh aus Donezk im letzten Moment, als es noch möglich war, versuchte sich zuerst in L’viv ein Leben aufzubauen, und kehrte dann später dennoch in die Ostukraine zurück. Nach Mariupol, wo es noch sicher war und wo sie alles ein wenig an ihr früheres Zuhause erinnerte. Dmytro Stupnik, geborener Mariupoler, organisierte friedliche Aktionen und Menschenketten der Einheit, als im Jahr 2014 die Majdan-Bewegung in der ganzen Ukraine begann und die Gefahren der „russischen Welt“ („Russkij mir“) und eingespielte Provokationsszenarien auch in Mariupol spürbar wurden. Als Diana und Dmytro sich – schon nach dem Euromaidan – kennenlernten, waren die Ideen einer aktiven zivillgesellschaftlichen Bewegung und eines unkonventionellen Begegnungsorts für alle nicht nur verzweifelte Fantasien, sondern ein unausweichliches Ziel, das unbedingt und schon sehr bald mitten in Mariupol umgesetzt werden sollte. (more…)

Veranstaltungshinweis: Zeitenwende, und dann … Russische Lyrik nach der Oktoberrevolution und heute. Zwei Lyrikabende

November 22, 2017

27.11.2017, 19 Uhr: Russische Lyrik nach der Oktoberrevolution

  • Olga Martynova (Autorin, Frankfurt/Main)
  • Boris Filanovsky (Komponist, Berlin)
  • Moderation: Eugene Ostashevsky (Autor, Berlin)

28.11.2017, 19 Uhr: Russische Lyrik heute

  • Elena Fanailova (Autorin, Moskau)
  • Dmitry Kuzmin (Autor, Riga)
  • Maria Stepanova (Autorin, Moskau)
  • Moderation: Eugene Ostashevsky (Autor, Berlin)

Haus für Poesie (Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin)

Hier die Ankündigungen der Veranstalter_innen: (more…)

Veranstaltungshinweis: Ostpol Berlin. Symposium und multilinguale Lesung

November 20, 2017

Parataxe Symposium II:
Mittel- & osteuropäische Autor*innen in Berlin

Donnerstag, 23. November 2017
im Literarischen Colloquium Berlin (Am Sandwerder 5, 14109 Berlin)

Ganztägiges Symposium ab 10.30 Uhr
Öffentliche Abendveranstaltung mit Iunona Guruli, Orsolya Kalasz, Julia Kissina um 20 Uhr


Hier die Ankündigung der Veranstalter*innen:

Im Rahmen des Projektes »PARATAXE – die internationalen Literaturszenen Berlins« widmen wir uns in einem ganztägigen Symposium am 23. November 2017 ab 10.30h den mittel- und osteuropäischen Literaturszenen Berlins. Die Protagonisten der mittel- und osteuropäischen Literaturszenen Berlins gehören spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts zum festen Bestandteil der literarischen Konstellationen dieser Stadt. Für Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Nabokov, Zwetajewa, Gombrowicz oder Kertész war Berlin zum Teil Durchgangsstation, zum Teil Sehnsuchtsort, das Motiv der Freiheit spielte dabei stets eine entscheidende Rolle. Die Paneldiskussionen des Symposiums betreiben Feldforschungen in Geschichte und vor allem in der Gegenwart, am Abend präsentieren wir drei herausragende Autorinnenstimmen von heute: Iunona Guruli, Orsolya Kalasz und Julia Kissina. (more…)

Veranstaltungshinweis: Buchpräsentation und Installation – „Pferdesuppe“ von Vladimir Sorokin und Yaroslav Schwarzstein

November 12, 2017

Mit Vladimir Sorokin, Yaroslav Schwarzstein und Dorothea Trottenberg

14.11.2014 | 20.00 Uhr
LiteraturHaus Berlin (Fasanenstraße 23 | 10719 Berlin)
Eintritt: 5,- / 3,- €

Hier die Ankündigung des Verlags:

Nach dem Urlaub am Schwarzen Meer mit Freunden, fährt Olja zurück nach Moskau. Im Zugrestaurant lernt sie einen Mann kennen, den fasziniert, wie sie isst. Noch bevor die Fahrt zu Ende ist, schließen die beiden einen Deal ab und Merkwürdiges geschieht. In der Novelle schaut Vladimir Sorokin mit der ihm eigenen Art auf die letzten Tage der Sowjetunion. Der Künstler Yaroslav Schwarzstein hat eine besondere Beziehung zum Schaffen des Literaten; Voraussetzung dafür, dass Bild und Text in »Pferdesuppe« eine Symbiose bilden.

Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Frisch erschienen  im ciconia ciconia Verlag.

Hier geht es zur Veranstaltungsankündigung vom LiteraturHaus.

Veranstaltungshinweis: Tagung „Helden unserer Zeit?“ in Tutzing

November 12, 2017

1. – 3.12.2017 | Evangelische Akademie Tutzing

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Die Welt ist aus den Fugen. Viele Menschen sehnen sich nach Sicherheit und Klarheit. In Zeiten des Populismus und der Konflikte stehen Helden wieder hoch im Kurs. Reaktivierung historischer Vorbilder, Konstruktion neuer Helden, deren Funktion und Instrumentalisierung in Kriegs- und Krisenzeiten – darum geht es.

Mit dabei sind der Kultursoziologe Ulrich Bröckling, der Träger des Deutschen Buchpreises 2015 Frank Witzel, der ukrainische Autor Serhij Zhadan, die Trägerin des Deutschen und des Schweizer Buchpreises 2010 Melinda Nadj Abonji, Osteuropaexpert*innen Tanja Penter und Jan Claas Behrends, der langjährige SPIEGEL-Korrespondent in Moskau Christian Neef sowie Kateryna Mishchenko, Victor Martinovich, Alissa Ganiejewa, Volha Hapeeva, Claudia Dathe, Katharina Raabe, Zaal Andronikashvili, Giorgi Maisuradze, Olesya Khromeychuk, Vasyl Cherepanyn u.a. (more…)

Vortragsreihe: „Revolution revisited II … und zwei Buchvorstellungen“

November 1, 2017

Die Vortragsreihe WISSENSCHAFTLiteratur am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin ist dieses Semester noch einmal dem Revolutionsjubiläum gewidmet.

Sie beginnt heute um 18 Uhr mit einem Vortrag von Zaal Andronikashvili (ZfL Berlin) unter dem Titel Rosa Mai vs. roter Oktober. Demokratischer Sozialismus in Georgien als eine Alternative zur Diktatur des Proletariats.

Im Rahmen der Reihe finden im Dezember 2017 außerdem Lesungen von Andrej Kurkov und Vladimir Sorokin statt.


Programm: (more…)