Veranstaltungshinweis: „Ein Sechstel der Erde“ am 02.09.2016 im Kino Krokodil, Berlin

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20272

Am 2. September 2016 um 20 Uhr
zeigt das Kino Krokodil, Greifenhagener Straße 32, 10437 Berlin
am präparierten Flügel live begleitet von Jürgen Kurz

Dziga Vertovs berühmten „Werbefilm“ über die UdSSR: Šestaja čast’ mira (SU 1926, 35mm, 70 min, stumm). Anders als der Titel vermuten läßt, ist und will der Film weitaus mehr sein als bloße Propaganda: Er ist sowohl Zeugnis dеs ambitionierten Filmschaffens der noch jungen Sowjetunion als auch Ausdruck der Lust seines Regisseurs am künstlerisch-technischen Experiment. Vertov selbst hat in einem Interview für die Zeitung Kino im August 1926 gesagt:

“A Sixth Part of the World is more than a film, than what we have got used to understanding by the word ‘film’. Whether it is a newsreel, a comedy, an artistic hit-film, A Sixth Part of the World is somewhere beyond the boundaries of these definitions; it is already the next stage after the concept of ‘cinema’ itself … Our slogan is: All citizens of the Union of the Soviet Socialist Republics from 10 to 100 years old must see this work. By the tenth anniversary of October there must not be a single Tungus who has not seen A Sixth Part of the World” (aus: Vertov’s World von Nina Power, 2010).

Aus dem Programm der Veranstalter_innen:

Die Sowjetunion umfasste ein Sechstel der Landfläche der Erde und darauf verweist auch der Filmtitel. Vertovs geradezu mystischer Glaube an die Schöpfungsgewalt der Filmsprache kennt keine Hindernisse, Entfernungen und zeitlichen Grenzen. So verbindet ŠESTAJA ČAST’ MIRA Bilder der europäischen und asiatischen Teile der UdSSR zu einem ‚Gesang der Welt‘ sowie zu einem großen gleichberechtigten Miteinander verschiedenster Menschen. Im März 1926 erhält Vertov den Auftrag, einen Film über den „Staatlichen Handel“, die Ausfuhr russischer Güter, zu drehen. Der Film führt durch die gesamte Sowjetunion: von den Pelzwerken im äußersten Norden, der Flachsernte in den nördlichen und zentralen Gebieten, der Schafzucht und Persianerfertigung im Kaukasus, dem Getreideanbau in den russischen Kornkammern bis zur Verladung der Güter in den Häfen. Aus den von ihm eingefangenen Bildern entstand allerdings keine Reklame für den „Staatlichen Handel“, sie entsprechen vielmehr Vertovs Grundsatz, bewaffnet mit der Sehkraft des Kameraauges Raum und Zeit zu überwinden und über den Menschen zu erzählen.

Eintritt an der Kinokasse erfragen: T 030.44 04 92 98 (ab 19:00 Uhr)

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