Veranstaltungshinweis: Schalamow-Symposium am 12.05.2016 im ZfL Berlin

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Schalamow. Lektüren

Im Rahmen des ZfL-Projektes „Das Leben schreiben. Warlam Schalamow: Biographie und Poetik“ findet am 12. Mai 2016 im Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin ein Symposium statt, das komperatistischer Schalamow-Lektüren gewidmet ist und nach (Denk)anstößen fragt, die heute von Schalamows Werk ausgehenfür die literarische Form, für das Verhältnis von Schreiben und Realität, aber auch für das Nachdenken über extreme Entstehungsbedingungen von Literatur.

Organisiert wird das Symposium von Matthias Schwartz und Dirk Naguschewski (beide ZfL Berlin).

Veranstaltungsort:
ZfL, Schützenstraße 18, 10117 Berlin, 3. Etage (Trajekte-Tagungsraum)

Hier die Information und das Programm der Veranstalter_innen:

schalamow_biografie-2a8113cbDer russische Schriftsteller Warlam Schalamow (1907–1982) entwickelt in seinen Erzählungen aus Kolyma nicht nur eine »Poetik der Unerbittlichkeit« über den sowjetischen Gulag, sondern setzt sich in seinen Werken auch eindringlich mit der Frage auseinander, wie ein Schreiben von Prosa nach dem Lager überhaupt noch möglich sei. Franziska Thun-Hohenstein, die in diesem Jahr ihren 65. Geburtstag feiert, hat seit mehr als einem Jahrzehnt als Autorin und Herausgeberin wesentlich dazu beitragen, diesem paradigmatischen Lager-Autor aus dem Osten Europas auch im Westen Gehör zu verschaffen.

Die Kollegen des ZfL und drei Gäste nehmen den Beginn ihres neuen Forschungsprojektes „Das Leben schreiben. Warlam Schalamow: Biographie und Poetik“ zum Anlass, um dem Autor Schalamow eine Reihe komparatistischer Lektüren – ›vom Westen her gesehen‹ – zu widmen. Welche Impulse gehen von seinem Oeuvre aus für die aktuellen literatur- und kulturwissenschaftlichen Debatten über Biopolitik und Ausnahmezustand, Lager und Homo sacer, Körper und Gedächtnis? Welche neuen Perspektiven eröffnet eine Lektüre seiner Erzählungen für das Nachdenken über die literarische Form, über autobiographisches und dokumentarisches Schreiben, Fiktion und Realismus, Erinnerungs- und Weltliteratur?


10.30–12.30

Dirk Naguschewski / Matthias Schwartz: Begrüßung

Gabriele Leupold (Berlin): »Ein starker Magnet, der in die Dunkelheit gehalten wird«

Lektüren

I. Hannah Markus: Die Handschrift. Erzählen zwischen Realismus und Chiffrierung

II. Zaal Andronikashvili: Auferweckung der Lärche. Postkatastrophale Wiederbelebungen

III. Falko Schmieder: Lager. Eine Diversifikationsgeschichte


14.00–15.45

Moderation: Daniel Weidner

Andreas Rötzer (Matthes & Seitz): »Die Literatur der Zukunft ist das Dokument«

Lektüren

IV. Stefan Willer: »Zusammenspiel von Gesagtem und Nicht-Gesagtem«. Franziska Thun-Hohenstein und die Kunst des Nachworts

V. Margarete Vöhringer: »Schriftsteller, nach Rußland!«. Einfluss- und Vorgeschichten

VI. Eva Geulen: Was heißt und zu welchem Zweck Prosa?


16.15–17.30

Moderation: Christina Pareigis

Lektüren

VII. Tatjana Petzer: Kryoarchiv Kolyma

VIII. Claude Haas: Die Madeleine im Gulag. Schalamow und Proust

IX. Martin Treml: Pathosformeln bei Schalamow

anschließend: Sektempfang


18.15

Moderation: Matthias Schwartz

Susi K. Frank (HU Berlin): Körpergedächtnis und Sprache. Einige Überlegungen

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