Archive for Februar 2016

Veranstaltungshinweis: New Colours of Berlin am 08.03.2016

Februar 26, 2016

Lesung & Gespräch
New Colours of Berlin: Russisch

am 08. März 2016 um 19:00 Uhr
in der Literaturwerkstatt Berlin
Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin

Der Eintritt kostet EUR 6 / erm. EUR 4.
Tickets gibt es an der Abendkasse ab 18:45 Uhr.

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Künstler und Autoren aus Russland hat es schon vor 100 Jahren nach Berlin verschlagen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Der Dichter Hendrik Jackson stellt drei russischsprachige Dichter vor, die heute hier leben:

dmitri_dragilewDmitri Dragilew (*1971 Riga) zog 2005 als Korrespondent für den Fernsehsender RTVi in die deutsche Hauptstadt. Für ihn ist Berlin bis heute eine Stadt im Osten. Sein Interesse gilt unter anderem den russischen Kunstschaffenden im »Charlottengrad« der 1920er Jahre. Dragilew schreibt urbane, chaotisch-vielstimmige Gedichte über die prallen Fernen und die gesäuerte Mitternacht, über würzigen Sandstein, grammatikalische Radarantennen und den betörenden Geruch von Kapuzinerkresse.

csm_03_Kitup__c__Michail_Krasnow__3238f34d72Ilia Kitup (*1964 Vilnius), Dichter, Comic-Zeichner und Leiter des Propeller Verlags, war bereits Mitte der 90er Jahre Stipendiat der Akademie der Künste in Berlin. Im Jahre 1999 kam er dann als Kontingentflüchtling wieder in die Stadt. Seine Texte über die große Vergeltung und das »alleinige Heilige Russland« zeichnen sich aus durch ihren subversiv-ironischen Ton und den virtuosen Umgang mit der gebundenen Form.

ilia_ryvkinIlia Ryvkin (*1974 Petrosadowsk), Dichter, Kurator und Cyberaktivist, kam 1994 nach Berlin, um an der FU Slawistik zu studieren. Er hat Ausstellungen über russische Literatur sowie Aktionen der Protest- und Straßenkunst konzipiert. Durch seine Verse treiben unter einem grauen preußischen Himmel radioaktive Schiffe und zweischwänzige Nixen. Es sind Texte über die Schwärze von Bergpupillen, die Augen von Bastardmakrelen und den copyrightgeschützten Mond.

Dragilew, Kitup und Ryvkin lesen ihre Gedichte auf Russisch und Deutsch und werden von Hendrik Jackson zu ihren Berliner Jahren befragt.

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Veranstaltungshinweis: Vernissage der Ausstellung „2“ am 04.03.2016

Februar 22, 2016
Aus der Fotoserie "Reise für alle: Berlin-Moskau" (2003), Marina Lioubaskina

Marina Lioubaskina: Aus der Fotoserie „Reise für alle: Berlin-Moskau“ (2003)

Marina Lioubaskina (geb. 1960 in der Nähe von Buchara, Usbekistan), Künstlerin und einzig(artig)e Vertreterin des von ihr begründeten Mürmürismus, ist bekannt für ihre eigenwilligen Bilder, Grafiken, Collagen, Fotoserien, Videos, Performances und Installationen, in denen sie sich mit ihrer zentralasiatischen Heimat und der sowjetischen Vergangenheit ebenso auseinandersetzt wie mit dem postsowjetischen Kapitalismus und ihrem Leben zwischen den Welten – Deutschland und Russland; weniger bekannt ist dagegen, daß sie auch als Autorin arbeitet. Ihr erstes Buch „Gemorroj ili Marinočka, ty takaja nežnaja!“ erschien 2009 im Verlag Zebra E in Moskau (dt. „Marinotschka, du bist so zärtlich“, 2015 bei konkursbuch). Julia Fertig hat das Buch für Novinki gegengelesen.

Lioubaskina lebt und arbeitet in Berlin, Moskau und Sankt Petersburg. Ihre Bilder sind immer wieder in Ausstellungsprojekten in Deutschland und Russland zu sehen und befinden sich in Museen, Galerien sowie privaten Sammlungen in der ganzen Welt.

Obomoro aus dem Zyklus "Novaja antropologija" (2014)

Vladimir Sorokin: „Obomoro“ aus dem Zyklus „Novaja antropologija“ (2014)

Vladimir Sorokin (geb. 1955 in Moskau) ist vornehmlich als Schriftsteller, Dramatiker, Autor zahlreicher Drehbücher und Librettist von Desjatnikovs Oper Deti Rozentalja (2005) bekannt und als solcher berühmt für seine beißenden Parodien auf den Sozrealismus und dystopischen Reflexionen über die gesellschaftspolitische Gegenwart in Europa und Russland. Weniger bekannt hingegen ist, daß er seine künstlerische Laufbahn einst als Maler und Grafiker begann, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Nach mehr als dreißig Jahren hat er nun zur Malerei zurückgefunden.

Sorokin lebt und arbeitet in Berlin. Im Wintersemester 2015/16 hat er am Institut für Slawistik der Humboldt Universität zu Berlin das Seminar „Der Autor als Leser“ gehalten.

In einer gemeinsamen Ausstellung zeigen die beiden Künstler-Autoren ihre aktuellen Arbeiten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zur Eröffnung der

AUSSTELLUNG „2“

am 4. März 2016 um 18:30 Uhr
in der Galerie Omnicultura in Berlin-Tiergarten, Potsdamer Straße 92.

Die Einladung der Veranstalter_innen finden Sie hier: Ausstellung 2

Hinweis: Präsentation der Literaturzeitschrift „Berlin.Berega“ am 21.02.2016

Februar 16, 2016

Berlin hat eine neue russischsprachige Literaturzeitschrift:
BERLIN.BEREGA

Berlin-Berega

Die Präsentation der Zeitschrift findet

am 21. Februar 2016 um 20:00 Uhr
in der Vater Bar in Berlin-Neukölln, Reuterstraße 27

in Anwesenheit der Autoren und Redaktionsmitglieder statt.

Die Berliner Autoren Ekaterina Vassilieva, Ekaterina Sadur, Alexander Delfinov, Genia Markova und die in Leipzig lebende Elena Inosemzewa stellen sich vor und lesen aus ihren Werken; Chefredakteur Grigorij Arosev spricht über die Zeitschrift, ihr Konzept und ihre Themen.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Die erste Ausgabe von Berlin.Berega kann an diesem Abend zum Sonderpreis von 5 Euro erworben werden.

Über die Zeitschrift: Berlin.Berega steht in der Tradition der russischen und sowjetischen Literaturzeitschriften. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Publikation russischsprachiger Autoren aus Deutschland. Daneben wird sie sich auch russischen Übersetzungen deutscher Autoren widmen.

Die Veranstaltung findet in russischer Sprache statt.

Der Eintritt ist frei.

HISTORY OF THE NOW – a museum for Maidan. An Interview with Ihor Poshyvailo

Februar 14, 2016

Im Jahr 2014 kuratierte Ihor Poshyvailo die Ausstellung „Kreativität der Freiheit: Die revolutionäre Kultur des Majdan“ im Ivan-Honchar-Museum in Kiev. Sein neues Projekt: der Aufbau eines „Museums der Freiheit“, das der Erinnerung und Bewahrung von Artefakten der Majdan-Proteste dienen soll. Über das Projekt und dessen Rolle im gegenwärtigen politischen Kontext der Ukraine sprach er mit Laura Weber im Rahmen eines Projektseminars der Berliner Humboldt-Universität. Hier das Interview in englischer Sprache:

HISTORY OF THE NOW – a museum for Maidan.
Laura Weber in conversation with Ihor Poshyvailo

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Ihor Poshyvailo talking to students from Berlin at the exhibition “Creativity of Freedom: The Revolutionary Culture of Maidan” (Ivan Honchar Museum Kiev) © Lisa Vogt

Ihor Poshyvailo is the deputy director of the “Ivan Honchar Museum”, the National centre of Folk Culture in Kiev. In late 2014 the museum served as a stage for the temporary exhibition „Creativity of Freedom: The Revolutionary Culture of Maidan“, curated by Poshyvailo. As part of a seminar conducted by the Institute for Slavic Studies at the Humboldt-University of Berlin, Ihor Poshyvailo talked to a group of students about the importance of this exhibition for the Ukrainian society. He also shared his experiences of the challenges, responsibilities and especially the great possibilities, that come with his new project: the establishing of a museum of freedom memorialising and preserving artifacts of the Maidan protests.

This talk of his left a lasting impression on me and my fellow students. Since our return to Germany I have been wondering how the project was coming along, whether a concept was found for the exhibition, and what role the exhibition might play in the current political developments. Thankfully, Mr. Poshyvailo was so generous as to take the time and answer some of my most urgent questions. (more…)

Überleben in der Hölle: Literatur als imaginäre Flucht vor dem Gulag

Februar 12, 2016

Eine Ausstellung im Berliner Literaturhaus zeigte von 24. Oktober bis 13. Dezember 2015 den „Samizdat“ im Gulag – Eine schwarze Literaturgeschichte, welche Lutz Dittrich vom Literaturhaus Berlin und Heike Winkel von der FU Berlin in Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation Memorial in Moskau kuratiert haben.

Eva Riedelsheimer hat die Ausstellung im Rahmen eines Masters-Seminars des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der FU unter der Leitung von Prof. Dr. Natascha Drubek besucht und berichtet von ihren Eindrücken:

Überleben in der Hölle: Literatur als imaginäre Flucht vor dem Gulag

Das Literaturhaus bot mit seiner Ausstellung zum Samizdat in den Gulags der Stalin’schen Sowjetunion einen Einblick in das literarische Schaffen von Insass*nnen der Arbeitslager der späten UdSSR.

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Besuch in der Ausstellung © Natascha Drubek

Von welch hoher tagespolitischer Brisanz Erinnerungsarbeit und Aufarbeitung von dunklen Phasen sowjetischer Geschichte sein können, wird deutlich, wenn ein Blick auf die derzeit schwierige Lage der Menschenrechtsorganisation Memorial in Moskau geworfen wird. Dass die Ausfuhr der Ausstellungsstücke durch Formalia erschwert wurde und die Aufarbeitung der Arbeitslager immer mehr aus den Händen von unabhängigen Vereinen genommen werden soll, kann als Beispiel dafür gelten. Umso schwerer wiegt die Bedeutsamkeit auf den teilweise nur Zentimeter kleinen Büchlein, die von Gulag-Insass*innen in größter Heimlichkeit verfasst wurden. Gedichte von Alexander Blok finden sich hier neben farbenprächtig illustrierten Kindergeschichten; sogar ein Lehrbuch für die einführende Philosophie, welches ein Häftling aus dem Gedächtnis zur Bildung seiner Tochter verfasste, kann die Besucher*in bestaunen. Dass Literatur mehr sein kann als pure Unterhaltung oder Grundlage für Literaturwissenschaftler*innen wird hier schnell deutlich: Literatur ist in den Arbeitslagern ein Mittel für Gemeinschaft und Geselligkeit, wenn beispielsweise bekannte und weniger bekannte Gedichte und ganze Werke aus dem Gedächtnis rezitiert werden. Literatur ist aber auch eine Quelle für Kraft und Durchhaltevermögen in den dunkelsten Stunden des Gulagalltags. Evgenija Ginzburg, wohl eine der bekanntesten Schriftsteller*innen der sowjetischen Arbeitslager – liefert uns in ihrem umfangreichen literarischen Nachlass Zeugnis darüber, wie ihr das Aufsagen von Gedichten die Zeit im Karzer erleichterte, wie es ihr als Instrument der Zeitmessung genauso diente, wie sie Literatur als Mittel der Körperreise an andere Orte – bessere Orte – nutzte und nur so die schwere Zeit der Folter überstand. Unter anderen sind es ihre Erzählungen und ihre Zeitzeug*innenberichte, welche von Lutz Dittrich vom Literaturhaus Berlin und Heike Winkel von der Freien Universität Berlin in der Ausstellung „Samizdat“ im Gulag – Eine schwarze Literaturgeschichte erarbeitet wurden. Memorial, einer der wenigen Organisationen in Russland, welche sich durch Sammlung von Zeugnissen verschiedenster Art mit der Aufarbeitung des Gulags beschäftigt, liefert neben inhaltlicher Unterstützung auch die Ausstellungsstücke aus den eigenen Archiven. (more…)

Veranstaltungshinweis: Ein Abend über Itzik Manger

Februar 2, 2016

Zweite Veranstaltung in der Reihe
PeriGraphien: Europas Ränder — Europas Mitte

Leben & Werk von Itzik Manger — ein Gespräch mit Efrat Gal-Ed

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am Donnerstag, den 4.2.2016 um 19.00 Uhr
im Buchbund (Sanderstraße 8, Berlin-Neukölln)

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Das zweite Gespräch im Rahmen der Reihe PeriGraphien ist dem Leben und Werk Itzik Mangers gewidmet (1901–1969). Anlass ist das Erscheinen der weltweit ersten kritischen Monographie über Manger. „Niemandssprache: Itzik Manger – ein europäischer Dichter“ (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag). Autorin des Buches ist Efrat Gal-Ed, die Übersetzerin der Lyrik Mangers ins Deutsche: Die Beschäftigung mit dem Werk Mangers bietet wichtige Einblicke in das kulturelle Leben in der polnischen Hauptstadt in den Zwischenkriegsjahren. Manger war über Jahre hinweg ständiger Gast unter der legendären Warschauer Adresse „Tłomackie 13“, wo der „Jüdische Schriftsteller- und Journalistenverband“ seinen Sitz hatte.  Mangers Wahl für das Jiddische als Literatursprache stand in engem Zusammenhang mit den seinerzeit lebhaften Diskussionen um eine Neudefinition jüdischer Identität in säkularen Kontexten. Flucht und Exil führten den „Prinzen der jiddischen Ballade“ über Frankreich, England und die USA schließlich nach Israel, wo er große Popularität erlangte.

Das Gespräch wird von Lothar Quinkenstein geführt – Schriftsteller, Übersetzer aus dem Polnischen und Literaturwissenschaftler mit dem besonderen Schwerpunkt auf polnisch-jüdischer Kultur.

Efrat Gal-Ed (Köln) lehrt moderne jidische Literatur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; sie übersetzte die Lyrik Itzik Mangers aus dem Jiddischen ins Deutsche: Dunkelgold (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2004/2016); sie ist Autorin der weltweit ersten kritischen Monographie über Itzik Manger: Niemandssprache (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2016).

Eintritt: 4 Euro
Sprache: Deutsch

Inhaltliche Konzeption und Moderation: Lothar Quinkenstein
Organisation und Durchführung: Martin Brand (Trialog e.V.), Lisa Palmes (Trialog e.V.), Marcin Piekoszewski, Lothar Quinkenstein

Hier geht es zur Veranstaltungsankündigung auf der Website des Buchbunds.