Archive for November 2015

Hinweis: „Auf Wiedervorlage: Ideologie-Kost“ mit Elke Erb, 02.12.2015

November 26, 2015

csm_Elke_Erb__c__RvM_121518e24fMal was anderes:
Die bekannte Autorin und Übersetzerin Elke Erb hat sich schwere Ideologie-Kost auf Wiedervorlage gelegt: Trotzki und Lenin. Sie liest aus deren Werken und mit Christian Filips spricht sie über ihre nicht ganz gewöhnlichen, aber vielleicht auch nicht ganz zufälligen Lektüren dieses Sommers: Trotzki wurde im August vor 75 Jahren in seinem Exil in Coyoacán/Mexiko ermordet.

Wann?
02. Dezember 2015 um 20:00 Uhr

Wo?
Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5 , 14109 Berlin-Wannsee

Eintritt 8 EUR / 5 EUR

Die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Trotzki„‚Laßt mal’, sagt der Vater, ‚ich will versuchen, wie der Winterweizen ist.’ Er nimmt von Archip die Sense und stellt sich auf dessen Platz. Ich sehe aufgeregt zu. (…) Vielleicht übersetze ich es mir in nicht so präzise Worte, aber ich fühle scharf die komplizierte Mechanik der Beziehungen.” (aus: Leo Trotzki, „Mein Leben”). Die Dichterin Elke Erb hat diesen Sommer vor allem mit Trotzki verbracht. Trotzkis Stil suche seinesgleichen wegen der Art, wie er auffasst: „Da ist eine gewisse, objektive Freigabe der eigenen inneren Prozesse, die vulgäre Idiotie nennt es Stolz. Die zugleich unwillkürliche und zielstrebige Aufmerksamkeit seiner Wahrnehmung, ihre stetige Produktivität hellt auf, befreit, aktiviert.” LeninIm Gespräch mit dem Dichter Christian Filips will sie der Freude dieser Begegnung auf dem traurigen historischen Hintergrund der Utopie, die er mit Lenin teilt, auf den Grund gehen. Dank der Koppelung Trotzkis an Lenin habe sie sogar ihren Widerstand gegen Lenin gegen eine gewisse Faszination eintauschen können, sagt sie. „Ich bin zwar in der DDR den hohlgewordenen Losungen der Epigonen ausgesetzt gewesen, aber diese Belästigung ist vorbei. Es gibt ja auch noch die Gegenwart, bitte.”

Advertisements

Veranstaltungshinweis: Lesung und Gespräch – „WIR“ von Jewgenij Samjatin, 26.11.2015

November 21, 2015

Jewgenij Samjatins Roman WIR von 1920 ist wahrscheinlich nie aktueller gewesen als heute. Samjatin-Kenner Thomas Möbius spricht über den Roman, Jana Schulz und Andreas Pietschmann lesen, Falko Hennig führt durch den Abend:

Zwei Stunden über freiwillige Selbstkontrolle, totale Überwachung und Revolution.

wann?
26. November 2015 um 20.00 Uhr

wo?
Roter Salon in der Volksbühne
am Rosa-Luxemburg-Platz
Linienstraße 227
10178 Berlin

Tickets kosten 6 EUR.

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innnen:

9564WIR, der Roman von Jewgenij Samjatin, ist einer der bedeutendsten dystopischen Romane des 20. Jahrhunderts. A „Brave New World“ und „1984“, wurden nachweislich durch ihn geprägt. Die nun erfolgte Wiederentdeckung durch den Regisseur Christoph Kalkowski veranlasste den SWR zu einer aufwendigen Hörspieladaption mit eigens komponierter Musik (Raphael Thöne). Das entstandene Hörstück in der Fassung von Ben Neumann zeigt, dass Samjatins Vision eines Überwachungsstaates, auch nach 95 Jahren nichts an seiner subversiven Kraft verloren hat.

Die verblüffende Aktualität dieses Romans liegt in der fundamentalen Freiwilligkeit der völligen Überwachung. In Samjatins Welt herrscht kein Polizeistaat, die Menschen melden sich freiwillig zur Hinrichtung, denn sie glauben wirklich daran, dass sie krank und fehlerhaft sind, wenn sie nicht der allgemein akzeptierten Norm entsprechen und sich der stetigen Steigerung der Wertschöpfung aus unserer Lebenszeit verweigern. (more…)

Hinweis: „Becoming Cosmic“ – Boris Groys im ZfL Berlin, 18.11.2015

November 15, 2015

Der Mittwochsvortrag im ZfL Berlin.

Der Philosoph, Kunstkritiker und Medientheoretiker Boris Groys spricht über die menschliche Existenz zwischen Chaos und Kosmos in der Rezeption russischer Denker, Dichter und Künstler um die Jahrhundertwende: Becoming Cosmic.

Quelle: School of Visual Arts

Quelle: School of Visual Arts

am 18. November 2015 um 19:00 Uhr
im ZfL, Schützenstraße 18, 10117 Berlin, Raum 308

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Über den Vortrag
aus der Ankündigung der Veranstalter_innen:

During modernity we have become accustomed to understanding human beings as determined by the social milieu in which they live, as knots in informational networks, as organisms dependent on their environment. But Earth is not isolated in the Cosmos. It relies on processes that take place in cosmic space—on black matter, waves and particles, star explosions, and galactic collapses. In the 19th century, Friedrich Nietzsche was already describing our material world, of which the human being is only a part, as the setting for the eternal battle between Apollonian and Dionysian forces or, in other words, between Cosmos and Chaos. There are only two ways of reacting to this battle: either an ecstatic embrace of Chaos or an attempt to control the Cosmos and secure its victory over Chaos. Russian thinkers, poets, and artists from the end of 19th and the beginning of 20th centuries were theorizing and conceptualizing both approaches, at a time when Russia was on the verge of a revolution that would plunge the whole country into total chaos. (more…)

Hinweis auf die Russische Filmwoche in Berlin, 25.11.-02.12.2015

November 13, 2015

2015-plakat-rfbAuch in diesem Jahr präsentiert die Russische Filmwoche in Berlin wieder ein Programm ganz unterschiedlicher Filme und Genres, das spannende Eindrücke vom aktuellen Filmschaffen in Russland vermittelt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals stehen die Nachwuchsförderung und der „kreative Dialog“ zwischen Russland und Deutschland. Davon zeugt sowohl der Festival-Trailer, der gemeinsam von Filmstudierenden aus Moskau und Potsdam produziert wurde, als auch das vielfältige Programm der Langen Nacht des russischen Nachwuchsfilms, das Kurzfilmarbeiten junger Drehbuchautor_innen und Regisseur_innen des Ausbildungsprojektes Kultbüro zeigt.

Eröffnet wird die 11. Russische Filmwoche in Berlin am 25.11.2015 im Kino International mit der kontrovers diskutierten und nicht minder erfolgreichen russisch-ukrainschen Koproduktion Schlacht um Sewastopol – ein Kriegsdrama von Sergej Mokritskij, das anlässlich 70. Jahrestages des Sieges über Hitler-Deutschland entstanden ist.

Das komplette Programm finden Sie hier als pdf. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Veranstalter_innen der Russischen Filmwoche in Berlin. Karten sind an den Kassen der jeweiligen Kinos erhältlich. Alle Filme werden mit deutschen Untertiteln gezeigt.

wann?
25. November bis 02. Dezember 2015

wo?
Kino International
Filmtheater am Friedrichshain
Russisches Haus

Gefördert wird die Russische Filmwoche in Berlin von Gazprom Germania.

Veranstaltungshinweise: „Feminismus in Transformationsgesellschaften“ / „Feminist Stories of Migration“

November 13, 2015

Im Rahmen der Reihe Feminist Stories: Strategien der Wieder/Aneignung finden im Dezember in Berlin zwei Veranstaltungen mit Bezug zum ehemaligen Jugoslawien statt:

Unter der Überschrift Feminismus in Transformationsgesellschaften analysiert Marina Gržinić am 15.12.2015 anhand von Exzerpten ihrer Video-Arbeiten die Transformationen der post-jugoslawischen Gesellschaft aus einer queer-feministischen Perspektive. Und am 8.12.2015 gibt es ein Screening des Films GUESTures/GOSTIkulacije, der auf Migrationsgeschichten in Berlin lebender Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien basiert – in Anwesenheit der Regisseurin Margareta Kern.

Beide Veranstaltungen sind auf Englisch und finden in der Vierten Welt statt (Zentrum Kreuzberg am Kottbusser Tor, Galerie 1. OG, Zugang über die Außentreppe in der Adalbertstraße 96, bei Voranmeldung auch per Rollstuhl erreichbar).

Hier die Veranstaltungsankündigungen der Organisator_innen: (more…)

Hinweis auf die Ausstellung „BALAGAN!!!“, 14.11.-23.12.2015 in Berlin

November 6, 2015

BALAGAN!!! Zeitgenössische Kunst aus der früheren Sowjetunion und anderen mythischen Orten

Neben zahlreichen Musik-, Theater- und Performance-Produktionen aus Island und Skandinavien zeigt das diesjährige 6. NORDWIND Festival erstmals auch einige der neuesten Theaterarbeiten aus Russland. In Figures of Silence präsentiert und erläutert der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski seine Arbeit und diskutiert mit Philipp Ruch/Fabian Scheidler über die Situation politisch engagierter Kunst in Russland und Deutschland. David Elliott hat eigens für dieses Festival die Ausstellung BALAGAN!!! konzipiert und kuratiert.

Dauer des Festivals und der Ausstellung:
14. November bis 23. Dezember 2015

Ausstellungsorte:
Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus
Kühlhaus am Gleisdreieck
MOMENTUM im Kunstquartier Bethanien

Hier die Information des Kurators:
15.09.14.Balagan.poem

„Balagan!!!“ sagt man auf Russisch, um eine Farce zu beschreiben, das gottloseste aller Durcheinander – und das voller Begeisterung. Der Ausdruck bezeichnet aber auch eine in mittelalterlichen Mysterienspielen und Puppentheater verwurzelte künstlerische Strategie, die die Unbeständigkeit der Gegenwart mit einem brennenden Begehren nach einem neuen, hoffentlich besseren Leben zusammenbringt.

Die Ausstellung mit über 150 Arbeiten von 74 Künstlern aus 14 Länden des ehemaligen Ostblocks wird an drei verschiedenen Orten in Berlin gezeigt: Kühlhaus, Brandenburger Tor Stiftung im Max Liebermann Haus und MOMENTUM im Kunstquartier Bethanien. (more…)

Veranstaltungungshinweis: Lesung Isaak Babel „Mein Taubenschlag“

November 6, 2015

Bettina Kaibach (Slavistin und Übersetzerin, Univ. Heidelberg) liest aus Isaak Babels Mein Taubenschlag. Sämtliche Erzählungen und spricht über das Leben des Autors der Reiterarmee und vom Tagebuch 1920

am 12. November 2015 um 20:00 Uhr
in der Buchhandlung Tucholsky
Tucholskystraße 47, 10117 Berlin-Mitte

Eintritt: 5 EUR│3 EUR

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

978-3-446-24345-3_2145714398-84Der in einer jüdischen Familie in Odessa geborene Isaak Babel wurde vom berühmten sowjetischen Schriftsteller Maxim Gorki im Jahre 1916 als Talent entdeckt. Durch seine Geschichten aus Odessa und seinem Erzählzyklus Die Reiterarmee erlangte Babel selbst Berühmtheit als einer der großen sowjetischen Schriftsteller. Babel vermochte es wie kein zweiter den chaotischen Jahren vor und nach der russischen Revolution eine einzigartige Stimme zu geben. Dabei schrieb er journalistisch präzise unter Ausnutzung eines breiten lyrischen Wortschatzes. Jedoch endete sein Leben sehr tragisch: Nach anfänglichen Erfolgen in der Sowjetunion fiel er der stalinistischen Säuberung zum Opfer und wurde 1940 hingerichtet.

Bei seinen renommierten Erzählungen aus Odessa geht es hauptsächlich um das jüdische Leben im Stadtteil Moldowanka in den 20er Jahren. Im Zentrum der Erzählungen steht ein Ganove, der sich durch seine illegalen Geschäfte mit Cleverness, Charme und der Pistole vom kleinen Gauner zum König der Unterwelt eines ganzen Stadtteils in Odessa katapultiert und in Babels Werk doch als ein guter Hauptcharakter dargestellt wird.

Dr. Bettina Kaibach vom Slavischen Institut der Universität Heidelberg ist Mitherausgeberin und Übersetzerin vom Erzählband Geschichten aus Odessa, welcher beim Hanser Verlag unter dem Titel Mein Taubenschlag erschienen ist. An diesem Abend werden die Zuhörer in die faszinierende Welt Isaak Babels literarischer Helden gebracht. Dr. Bettina Kaibach wird über das Leben des berühmten Schriftstellers erzählen und aus Mein Taubenschlag vorlesen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Deutsch-Russischer Austausch e.V. mit der Buchhandlung Tucholsky.

Veranstaltungshinweis: 4. Nacht der deutsch-polnischen Initiativen für Wissenschaftler_innen

November 5, 2015
Die Kultur-Kooperative fuer deutsch-polnische Initiativen und die wissenschaftliche Online-Plattform Polenstudien.Interdisziplinaer laden ein zur:

4. Nacht der deutsch-polnischen Initiativen
für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

am 11. Dezember 2015 um 20:00 Uhr
im Club der polnischen Versager
Ackerstraße 168, 10115 Berlin (U8 Rosenthaler Platz)

Hier der Einladungstext der Organisator_innen:

Im Rahmen der 4. Nacht der deutsch-polnischen Initiativen laden wir alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und solche, die es werden wollen, zu einem unterhaltsamen Gedankenaustausch im Club der polnischen Versager ein.
Beschäftigst Du dich wissenschaftlich mit Polen oder stehen deutsch-polnische Beziehungen im Fokus Deines Forschungsinteresses? Suchst Du nach Gleichgesinnten und willst Dich disziplin- und grenzuebergreifend vernetzen? Nutze die Möglichkeit und stelle Dein Projekt anderen Polenforscherinnen und -forschern vor! Jeder Teilnehmer hat 10 Minuten, um dem Publikum sein Vorhaben zu präsentieren – als Kurzvortrag, performt, gesprochen, gedichtet oder visuell dargestellt.
Zur Voranmeldung kontaktiere uns bitte bis zum 30.November 2015 unter <info@pol-int.org> und schreibe ein paar Sätze über Dich.

Hinweis: Festival des slowenischen Films in Berlin

November 5, 2015

neues_slowenisches_kino_plakatSchon mal zum Vormerken:

Neues slowenisches Kino

Filmfestival im Kino Babylon in Berlin-Mitte

am 2. und 3. Dezember 2015

Zwei Tage, neun Filme, und mit dabei alle Regisseur_innen.

Mit: Špela Čadež (Boles), Sonja Prosenc (Drevo), Rok Biček (Razredni sovražnik), Gregor Božič (Šuolni iz Trsta), Matjaž Ivanišin (Karpopotnik), Marko Šantič (Zapelji me), Siniša Gačič (Boj za), Dominik Mecej (Prespana pomlad), Olmo Omerzu (Mlada noč).

Hier geht es zum Programm auf der Website des Kinos.

Veranstaltungshinweis: „Visions of Revolution: Reading the Maidan“

November 5, 2015

Ukrainische Studentinnen der Universität Ivan Franko L’viv sprechen über Maidantexte und deren Rezeption damals und heute.

visions_of_revolution_va

Präsentation im Rahmen des Projekts „Das Potential des Ästhetischen in der Krise der Politik: aktuelle literarische und künstlerische Tendenzen in der Ukraine und die Musealisierung des Maidan“ (Leitung: S. Frank / O. Haleta)

Die Vortragenden sind: Nataliia Dovhanych, Marta Melnychuk, Ievgeniia Nesterovych, Iryna Chchepna, Kateryna Shmeha, Iryna Shymon, Dayna Voronovska, Mariana Zeliuk.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zuzuhören und mitzudiskutieren.

Dienstag, 17.11.2015, 18 Uhr
Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 65, Berlin-Mitte, Raum 5.57