Archive for Oktober 2015

Hinweis auf die internationale Konferenz „After Memory“, 06.-08.11.2015 in Berlin

Oktober 30, 2015

Im Rahmen des ZfL-Projektes „Ost-westliche Affektkulturen“ findet vom 6. bis 8. November 2015 im Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin eine internationale Konferenz statt, die der sich verändernden Rolle der osteuropäischen Literaturen bei der Gestaltung der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg nachgeht:

After Memory. Conflicting Claims to World War Two in Contemporary Eastern European Literatures.

Organisiert wird die Konferenz von Matthias Schwartz (ZfL, Berlin), Nina Weller (GS-OSES, München) und Heike Winkel (Peter Szondi-Institut, Berlin).

Veranstaltungsort: ZfL, Schützenstraße 18, 10117 Berlin, 3. Etage

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

morfina.JPG-f5851a1bThe conference enquires into the fundamental shifts in the literary representations of World War II which have taken place in East-European literatures in the last decades. 70 years after the end of the war, the breakdown of state socialism in its specific instantiations and the vanishing of the generation of witnesses are causing massive changes in modes of remembrance. In Eastern Europe today, cultural memory is both post-socialist and post-memorial. This coincides with increased pluralisation and diversity in the region. Conflicting claims to an authoritative representation of World War II dispute the former hegemonic narratives of remembrance. At the same time literature has gradually lost its role as a key genre of collective and individual memory, as other, mostly visual media, have become more important—and not just in Eastern Europe.

The conference takes these observations as a starting point to explore literature’s changing role in shaping the memory of World War II in a comparative perspective. The conference panels discuss fictional representations of formerly marginalized or forgotten histories, constructions of traumatic, heroic or transnational histories as well as poetic devices, narrative strategies and affective models which form our understanding of the past.

Programm: (more…)

Veranstaltungshinweis: „Bitte sehr“ — Buchvorstellung & Gespräch mit Anda Rottenberg

Oktober 21, 2015

am 6.11.2015 um 19.00 Uhr
im Buchbund in Berlin-Neukölln (Sanderstraße 8)

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Prosze-bardzo_Anda-Rottenberg_coverAnda Rottenberg, Kunstkritikerin und Kuratorin, berühmte Organisatorin der polnischen Kunstszene. Und eine großartige Schriftstellerin. Ihr Buch “Bitte sehr” erschien 2009, im Jahr darauf wurde es für den wichtigsten polnischen Literaturpreis “NIKE” nominiert. “Bitte sehr” ist eine Autobiografie, die zu einem großen Roman wird.

“Schon der Titel des Buches ist eine Provokation. Der Ausruf richtet sich an polnische Parlamentarier, die in den 1990er Jahren der damaligen Direktorin der Galerie Zachęta die Auswanderung nach Israel vorschlugen. An Klatschreporter, die das Verschwinden ihres drogenabhängigen Sohnes sensationsheischend ausschlachteten. An diejenigen, die der Meinung sind, die Literatur solle die Geheimnisse der Existenz beschreiben, aber diskret und schön, ohne jemals die Grenze des Exhibitionismus zu überschreiten.” (Gazeta Wyborcza) (more…)

Veranstaltungshinweis: Auf Wiedervorlage: Nabokov und die russische Emigration in Berlin

Oktober 20, 2015

Viktor Jerofejew im Gespräch mit Aris Fioretos
am 26. Oktober 2015, 20 Uhr
im Literarischen Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Viktor Jerofejew. Foto: Sinissey

Viktor Jerofejew. Foto: Sinissey

Viktor Jerofejew gehört zu den festen Größen der russischen Gegenwartsliteratur und ist seit den frühen neunziger Jahren, als sein Roman „Die Moskauer Schönheit” in deutscher Übersetzung erschien, auch hierzulande ein gefragter Autor, Essayist („Russische Apokalypse”, 2009) und meinungsstarker Kommentator des Zeitgeschehens. Er wurde 1947 in eine Diplomatenfamilie hineingeboren; sein Vater war zeitweilig Stalins Dolmetscher. Mit den Zirkeln der Macht kam er also früh schon in Berührung, auch die Jahre im Ausland prägten ihn. Als Gastautor im LCB widmet sich Jerofejew derzeit den russischen Emigrationsbewegungen nach Berlin. Als Herausgeber der ersten russischen Nabokov-Ausgabe ist ihm das Thema überdies gut vertraut. Im Gespräch mit Aris Fioretos („Die halbe Sonne. Ein Buch über einen Vater”, 2013), schwedischer Schriftsteller griechisch-österreichischer Herkunft, gibt er Auskunft über seine Forschungen.

Eintritt 8 EUR / 5 EUR

in englischer Sprache

Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise erhalten Sie auf der Website des lcb.

Hinweis auf die Ausstellung »Samizdat« im GULAG. Eine schwarze Literaturgeschichte

Oktober 15, 2015

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Ab 24. Oktober zeigt das Literaturhaus Berlin in Zusammenarbeit mit Memorial Moskau die Ausstellung »Samizdat« im GULAG über die einzigartige Bedeutung von Literatur für das Überleben und die heimliche Produktion literarischer Texte unter den Extrembedingungen des Lagers und der Verbannung. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Gesprächen, Lesungen, Buchpräsentationen und Filmvorführungen begleitet. Gefördert wird das Projekt durch den Hauptstadtkulturfonds, die Bundesstiftung Aufarbeitung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde. Das Filmprogramm wird von ARTE unterstützt.

Ausstellungseröffnung: 23.10.2015, 20:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, Großer Saal
Dauer der Ausstellung: 24.10. – 13.12.2015

Öffnungszeiten
Mi – Fr  14 – 19 Uhr
Sa, So  11 – 19 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

In den großen literarischen Werken, die Alexander Solschenizyn, Jewgenija Ginsburg und Warlam Schalamow nach ihrer Lagerzeit über den GULAG verfaßten, finden sich bemerkenswert viele Erinnerungen daran, wie in den Gefängnissen und dann in den extremen Verhältnissen der Lager die Rückbesinnung auf Gedichte, auf lange Poeme und ganze Romane für einige der unschuldig Verhafteten und Deportieren der letzte rettende Überlebenshalt wurde. Vor allem beim stummen oder weitergebenden Vortragen von Lyrik ergaben sich kurze Momente individueller Freiheit, die resistent machten gegenüber den grausamen Quälereien. Und manchen Häftlingen gelang es sogar, mit konspirativ besorgten Schreibutensilien Abschriften von memorierten Texten und von eigenen Gedichten anzufertigen. (more…)

Veranstaltungshinweis: Lesung mit Kateřina Tučková: „Žítkovské bohyně“ / „Das Vermächtnis der Göttinnen“

Oktober 8, 2015

Lesung & Buchvorstellung
am 19.10.2015 um 19.00 Uhr
im Tschechischen Zentrum, Wilhelmstraße 44 (Eingang M-Straße), 10117 Berlin

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Kateřina Tučkovás 400 Seiten-Schmöker stand in Tschechien wochenlang auf der Bestsellerliste und hat mehr als 100.000 Leser gefunden. Dieser mitreißende Roman über Macht, Korruption und Verrat in totalitären Regimen, über Magie und Rationalität wurde auch von der Literaturkritik gelobt und mit mehreren tschechischen Literaturpreisen ausgezeichnet. DVA hat den Roman nun in der Übersetzung von Eva Profousová auch auf Deutsch herausgegeben.

Katerina_Tuckova_ zitkovske_bohyne_coverVerstreut in den Weißen Karpaten stehen einzelne Hütten, weit entfernt von den Dörfern. Hier ist die Heimat der weisen Frauen, die ihr Wissen seit Generationen von den Müttern an die Töchter weiterreichen. Sie gelten als Göttinnen mit magischen Heilkräften und der Fähigkeit, die Zukunft vorherzusehen. Warum nur haben sie ihre eigene nicht gesehen?

Anfang der 1970er Jahre muss Dora, die letzte der Göttinnen, als Jugendliche miterleben, wie ihre Tante Surmena in die psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Sie kehrt daraufhin dem archaischen Leben den Rücken und verschreibt sich Fortschritt und Wissenschaft. Erst Jahre später, als die Archive der Staatssicherheit geöffnet werden, findet sie in den Akten auch den Namen von Surmena. Fassungslos deckt Dora bis dahin unbekannte Schicksale ihrer Familie auf. Eine Spur führt gar zu der von Himmler angelegten Hexenkartothek. Haben die Göttinnen etwa mit den Deutschen kollaboriert?

Kateřina Tučková liest aus dem tschechischen Original, die deutsche Übersetzung wird projiziert. Eine Veranstaltung des Tschechischen Zentrums in Zusammenarbeit mit dem Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin und mit Unterstützung durch die Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin.

Eintritt frei

Hier geht es zur Veranstaltungsankündigung auf der Website des Tschechischen Zentrums.

 

Veranstaltungshinweis: „Damen, Ritter und Feministinnen“ — Gespräch mit Sławomira Walczewska

Oktober 5, 2015

Gespräch & Buchvorstellung

am 23.10.2015 um 19.00 Uhr
im Buchbund in Berlin-Neukölln (Sanderstraße 8)

Katharina Kinga Kowalski im Gespräch mit Sławomira Walczewska anlässlich des Erscheinens ihres Buches „Damen, Ritter und Feministinnen“ in deutscher Sprache

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Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Woher kommt die polnische Frauenbewegung und wo steht sie heute? Sławomira Walczewska schildert in ihrem streitbaren Essay Geschichte und Gegenwart der Frauenemanzipation in Polen, von den Vorreiterinnen des 19. Jahrhunderts bis zu den sehr kontroversen Ergebnissen der sozialistischen „Gleichberechtigung“ der Geschlechter und den Veränderungen nach dem demokratischen Umbruch.

Ihr für den wichtigsten polnischen Literaturpreis „Nike“ nominiertes Buch gehört in Polen heute schon zu den modernen Klassikern der feministischen Literatur.

Für die deutsche Fassung wurde der Text aktualisiert, ergänzt sowie mit einer Einleitung von Claudia Kraft und Sigrid Metz-Göckel versehen. (more…)