Archive for Juni 2015

Hinweis auf die Filmreihe „Politik des Rhythmus: 
Das Kino der ukrainischen Avantgarde“

Juni 30, 2015

Im Kino Arsenal (Berlin) findet vom 1. bis 10. Juli 2015 die Filmreihe „Politik des Rhythmus. Das Kino der ukrainischen Avantgarde“ statt – kuratiert und organisiert von Elena Vogman und Georg Witte in Zusammenarbeit mit Stanislav Menzelevskyi.

Das ausführliche Programm der Filmreihe können Sie sich hier als pdf herunterladen.

UKR-AVANTGARDE-BILDER
Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

Klischeevorstellungen vom sowjetischen Revolutionsfilm neigen dazu, dessen regionale und nationale Vielfalt auszublenden. Mit der Konzentration auf Filme, die in der Ukrainischen SSR entstanden sind – produziert durch die ökonomisch und politisch weitgehend autonomen Filmstudios der WUFKU (Allukrainische Foto- und Filmverwaltung) – versucht die Retrospektive ein differenzierteres Bild zu vermitteln. Neben dem Produktionsort verweist sie – und dies ist der aktuelle Impuls – auf einen Ort der Überlieferung von Filmen, das Nationale Alexander Dowshenko Zentrum in Kiew, das trotz politischer Krisensituation der letzten Jahre kontinuierlich eine beachtliche Arbeit der Restaurierung, Edition und Vermittlung wertvoller Archivbefunde realisiert. Der Blick auf die restaurierten und neuvertonten Filme des Dowshenko-Zentrums versucht zugleich das Verhältnis des Politischen und des Ästhetischen neu zu reflektieren. So unterschiedlich sie sind, stellen diese Filme doch die Ereignisse der Revolution dar. Sie sollen nicht als Klassiker des Agitprop vorgestellt werden, sondern als ästhetische Manifeste, die einen Blick nicht nur für Fahnen, sondern für einzigartige Gesichter, nicht nur für Fäuste, sondern für bewegte Körper und Gesten, nicht nur für die Ausbeutung von Naturressourcen, sondern für deren Fakturen und Texturen lehren. Politik des Rhythmus: Es geht um mehr als ein narratives Bebildern der Geschichte. Der Rhythmus des Films und der Rhythmus der Revolution interagieren auf vielen Ebenen, indem beide neue Wahrnehmungs- und Handlungsräume erschließen – von neuen Routinen der industrialisierten Arbeit über die geopolitischen Transformationen von Stadt und Land bis zur Kollision historischer Epochen in der Überlagerung des Alten und des Neuen. Der Rhythmus des Films organisiert auf der Materialebene selbst eine Reihe sinnlicher Konfliktzonen. Die Effekte poetischer Montage, das Verlassen des Alltäglichen oder umgekehrt, dessen plötzliche Wiederkehr haben politische Wirksamkeit, wenn der filmische Rhythmus das Potential erlangt, in und durch Geschichte neue Zeiträume der Aktion zu eröffnen. Die Reihe nimmt auch das „große Kino“ des kleinen Genres auf: die selten projizierten und in geringer Zahl überlieferten Trailer und Animationsfilme der sowjetischen Stummfilmzeit.

Programm: (more…)

Hinweis auf die Vernissage „Maria und Witkacy“

Juni 19, 2015

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

10426146_10154034705269546_4955792237599112119_n-200x100Eine Hommage an Maria Pawlikowska-Jasnorzewska und Stanisław Ignacy Witkiewicz, zwei Künstlerpersönlichkeiten der Zwischenkriegszeit in Polen. Die Suche nach Entgrenzung und Überwindung bürgerlicher und materieller Zwänge wird von den teilnehmenden KünstlerInnen aus aktueller Perspektive reinterpretiert: Video, Performance und Portrait-Ausstellung zeigen das Leben von „Maria und Witkacy“ als Metapher für die Gratwanderung einer Künstlerexistenz zwischen Kreativität, gesellschaftlicher Einflussnahme und Selbstzerstörung in einer durch soziale Krisen fragmentierten Gesellschaft.

Ausstellung: Maria Kossak
Performance: Leon Krzysztof Dziemaszkiewicz
Video: Michał Andrysiak

Die Vernissage beginnt mit einer Einführungsrede von Dr. Peter Funken, Kunsthistoriker und Kurator.

Die Veranstaltung wird präsentiert von agitPolska e.V. und findet im Rahmen vom Kunstfestival 48h Neukölln statt. Konzept: Berlin-Warszawa @rtpress, Förderung: Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Partner: Polnisches Institut Berlin.

Ort des Geschehens ist die deutsch-polnischen Buchhandlung Buchbund (Sanderstraße 8, Berlin-Neukölln). Und zwar am 27. Juni 2015 ab 19.00 Uhr.

Veranstaltungshinweis: „Zwischen Erinnerung und Zukunft — Zwanzig Jahre nach Srebrenica“

Juni 19, 2015

Buchvorstellung & Podiumsgespräch

Mit:
Adnan Rondić, Journalist und Autor, Bosnien-Herzegowina
Prof. Miranda Jakiša, Humboldt-Universität zu Berlin

Donnerstag, 25. Juni 2015, 18.00 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Zwanzig Jahre liegt das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 zurück, das zur Chiffre für den  Krieg in Bosnien und Herzegowina geworden ist. Nach einem kurzen Aufbäumen in den Massenprotesten vom Februar 2014 erscheinen die meisten Menschen in diesem Land  müde vom Warten auf den Fortschritt, auf Europa, auf ein besseres Leben, auf die Zukunft.

Der Jahrestag bringt die Erinnerung zurück – und auch die Fragen nach den Folgen des Genozids und nach dem Umgang mit ihnen in den vergangenen zwanzig Jahren.

Der Journalist und Autor Adnan Rondić stellte sich diese Fragen in einem Buch, das demnächst in bosnischer Sprache erscheinen  wird. Darin vereint er Geschichten über die Suche nach Vermissten, die Aufdeckung von Massengräbern, die Identifizierung von sterblichen Überresten. Er beschreibt, wie die Jahrestage begangen wurden, welche Probleme rückkehrende Vertriebene zu überwinden haben und vor welchen Schwierigkeiten und Zweifeln die heutigen Einwohner/innen von Srebrenica stehen.

Das Buch vermittelt auf sehr persönliche Weise die Erfahrungen, die der Autor in den vielen Jahren der Berichterstattung über Srebrenica und der Kontakte mit den Einwohner/innen dieses traurig berühmten Ortes gesammelt hat.

Im Gespräch mit  Miranda Jakiša präsentiert Adnan Rondić seine Arbeit und liest einige  kurze Textauszüge aus seinem Buch.

Veranstaltungshinweis: Verleihung des n-ost Reportagepreises 2015

Juni 4, 2015

Wann? Montag, 22. Juni 2015, um 20 Uhr
Wo? Im Grünen Salon der Volksbühne Berlin (U2 Rosa-Luxemburg-Platz).

n-ost_Reportagepreis

Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Zum neunten Mal vergibt das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung den n-ost-REPORTAGEPREIS am Montag, 22. Juni, um 20 Uhr: Die nominierten Autoren und Fotografen erzählen an dem Osteuropa-Abend im Grünen Salon der Volksbühne Berlin von ihren Recherchen in der Ukraine, Russland, Aserbaidschan, Georgien, Ungarn, Polen und der Republik Moldau.

Die Schauspielerin Dorothee Krüger liest Ihnen Auszüge aus den nominierten Textreportagen vor, die auf den Barrikaden in Lemberg, der Oper in Donezk und in einem Garten im kleinen ungarischen Dorf Csibrák spielen.

Im Dunkeln hören Sie Ausschnitte aus den einzelnen Radiofeatures: über nationalistischen Eifer und Eiferer in Ungarn und Aserbaidschan sowie das „Metall des Krieges“ im westrussischen Pskow.

Und Sie sehen Fotoreportagen über einen georgischen Gauner im Himmel, verrückte Hühner im polnischen Podlachien und den schweren Kampf der Republik Moldau gegen den „weißen Tod“ – die Tuberkulose. (more…)