Archive for April 2015

Veranstaltungshinweis: Retrospektive Marlen Chuzijew

April 27, 2015

Vom 1. bis 7. Mai 2015 zeigt das Kino Arsenal in Berlin in einer Retrospektive die wichtigsten Filme von Marlen Chuzijew. Der Regisseur wird am 1. und 2. Mai anwesend sein. Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

MNJE DWADZAT LJET, 1965

Wenige haben Moskau in den frühen 60er Jahren, seine jungen Bewohner, seine Straßen, Plätze, Häuser und Wohnungen so unmittelbar und lebendig gezeigt, das Lebensgefühl einer Generation so klarsichtig porträtiert wie Marlen Chuzijew, Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Pädagoge und herausragender Protagonist der sowjetischen Neuen Welle der 50er und 60er Jahre in MNJE DWADZAT LJET (Ich bin zwanzig Jahre alt, UdSSR 1965). 1925 im georgischen Tiflis geboren und an der Staatlichen Filmakademie (WGIK) in Moskau ausgebildet, realisierte er mit diesem Film das zentrale Werk des sowjetischen Tauwetter-Kinos, das jedoch auf Chruschtschows Intervention hin gekürzt und überarbeitet werden musste. Bereits seine früheren Filme wie z.B. DWA FJODORA (1958) markierten ein neues Kino, eine vom italienischen Neorealismus beeinflusste kritische Aufbruchstimmung, die in ICH BIN ZWANZIG JAHRE ALT ihren Höhepunkt fand. Nach IJULSKI DOSHD (Juliregen, 1967), einer Art Weiterführung von ICH BIN ZWANZIG JAHRE ALT, und dem Antikriegsfilm BYL MESJAZ MAJ (Es war im Monat Mai, 1970) begann Chuzijew verstärkt als Theaterregisseur sowie als Professor an der WGIK zu arbeiten. 1983 entstand sein erster Farbfilm: POSLESLOWIJE (Nachwort), für den er sein gewohntes filmisches Terrain, die Metropole und die Straße, verließ und sich ganz auf Interieurs und den Dialog zwischen den Generationen konzentrierte. Seinen bislang letzten Spielfilm, die philosophische Reflexion INFINITAS, präsentierte er 1992 im Wettbewerb der Berlinale. Bis heute ist Chuzijew als Regisseur und Dozent aktiv und hat nicht nur ein bedeutendes Œuvre geschaffen, sondern auch zahlreiche russische Filmemacher geprägt. In Zusammenarbeit und mit Unterstützung des GoEast-Festivals in Wiesbaden sowie der Filmwissenschaftlerin und Kuratorin Barbara Wurm, die die Eröffnungsabende moderieren wird, freuen wir uns, das nur äußerst selten gezeigte filmische Schaffen des großen Regisseurs in seiner Anwesenheit präsentieren zu können.

Weitere Informationen auf der Website des Kinos: http://www.arsenal-berlin.de

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Workshop: „Das Potential der Kunst im Kontext der Krise: Künstlerische Reaktionen auf den Maidan und den Krieg“

April 26, 2015

Hier ein Veranstaltungshinweis für die ganz Spontanen — das Fachgebiet „Ostslawische Literaturen und Kulturen“ der HU Berlin lädt ein zum Workshop: „Das Potential der Kunst im Kontext der Krise: Künstlerische Reaktionen auf den Maidan und den Krieg“.

Montag, 27.4.2015, 14.00-18.00 Uhr

Andrij Portnov (Historiker, Berlin HU):
„Post-­‐Maidan Ukraine Beyond ‚Identity‘ and ‚History‘. On Loznitsa’s ‚Maidan‘ and others“

Evgeniya Belorusets (Künstlerin, Kiew):
„Donbass: Das friedliche Leben im Krieg oder Stille Formen des Widerstands“

Roman Dubasevych (Literaturwissenschaftler, Universität Greifswald):
„Die Lyrik des Maidan: Gibt es eine Poetik der Revolution?“

Der Workshop findet statt im Rahmen des gleichnamigen Projektseminars in Kooperation mit der Universität L’viv (Prof. Olena Haleta).

Institut für Slawistik, Humboldt-Universität, Dorotheenstraße 65, Berlin-Mitte, 5. OG, Raum 5.57

Hinweis: Filmfestival FilmPolska vom 22.-29. April in Berlin

April 23, 2015

logoGestern hat in Berlin übrigens wieder das polnische Filmfestival FilmPolska begonnen.

Hier geht es zur Festivalhomepage inklusive Programm.

Veranstaltungshinweis: Deutsch-polnische Lyrikgespräche mit Joanna Manc

April 15, 2015

Am kommenden Wochenende in Berlin: zwei Lyrikgespräche mit Joanna Manc. Hier die Einladung der Veranstalter_innen:

Samstag, 18.4.2015 um 19:00 Uhr im Buchbund

Sonntag, 19.4.2015 um 20:00 Uhr im Klub der polnischen Versager

Im Buchbund wird der Schwerpunkt auf Manc‘ sehr persönlichen, zeitlosen Gedichten und deren Entstehungs sowie ihrer dichterischen Herangehensweise liegen.

Das Gespräch im Klub der polnischen Versager soll zudem ihre „doppelte Kindheit“, das innere Hin und Her zwischen zwei Sprachwelten und das Schreiben als daraus folgende Konsequenz zum Thema haben.

joanna_mancJoanna Manc wurde 1959 in Gdynia geboren und kam mit neun Jahren nach Deutschland. Sie arbeitet als Übersetzerin polnischer Literatur und schreibt in beiden Sprachen. Ihre Gedichte sind in den polnischen Kulturzeitschriften „Borussia“, „Pogranicza“ und „Kultura“ (Paris) sowie in einer deutsch-polnischen Anthologie erschienen. 2008 wurde sie bei dem Internationalen Lyrikwettbewerb „Féile Filíochta“ in Dún Laoghaire (Irland) mit dem 2. Preis in der Kategorie „Deutsch“ ausgezeichnet.

Die Gespräche werden von der Literaturübersetzerin Lisa Palmes moderiert.

Die Gespräche finden auf Deutsch, die Lesungen jeweils auf Deutsch und auf Polnisch statt.

Hinweis: „BodyCzech“ – Internationale Tagung

April 9, 2015

Bodyczech Logo

Internationale Tagung vom 23.-25.4.2015 in Berlin:

BodyCzech – Repräsentationen von Körperlichkeit in der tschechischen Literatur und Kultur nach 1948

Als das Team der ČSSR im März 1969 bei der Eishockey-WM in Stockholm die Sowjets besiegte, war das – ein Dreivierteljahr nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ – ein symbolisches Fanal. Reale bodychecks verbanden sich mit dem politischen Drama, die Fans feuerten ihre Mannschaft mit „Dubček“-Rufen an und malten noch in der Nacht das 4:3 mit Ölfarbe auf Prager Hauswände.

Vom Körpereinsatz auf dem Eis zur urbanen Intervention als politische Performance: Unter Leitbegriffen wie „Sport“, „Gender“, „Performance“, „Transformation“ und „Gewalt“ untersucht die Tagung BODYCZECH intertextuelle Körperpraktiken und Repräsentationen des Körperlichen in der tschechischen Kultur von der kommunistischen Machtübernahme bis zur Gegenwart. Zugleich spielt check auf „überprüfen“ an, kommen Norm und Normativität, Momente von Überwachung, Kontrolle und Strafe in den Blick.

Hier finden Sie den Programmflyer der Tagung als pdf.

Tagungsorte:
Tschechisches Zentrum (Wilhelmstr. 44) & Hauptgebäude der Humboldt-Universität (Unter den Linden 6, Raum 3.071)

Eine Veranstaltung der Humboldt-Universität zu Berlin, der Viadrina Frankfurt/Oder und der Universität Erfurt.

Weitere Informationen: www.slawistik.hu-berlin.de/bodyczech
Kontakt: Prof. Dr. Alfrun Kliems / Institut für Slawistik der HU Berlin (alfrun.kliems@hu-berlin.de)

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.