Veranstaltungshinweis: Unbestechliches Bosnien und Herzegowina?

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Buchpräsentation und Diskussion über die Situation in Bosnien und Herzegowina ein Jahr nach den Protesten

am Montag, den 26.1.2015, 18.00-20.00 Uhr

Mit:
Prof. Dr. Miranda Jakiša (Humboldt-Universität zu Berlin)
Dr. Damir Arsenijević (Universität Tuzla und Leverhulme Trust Fellow an der De Montfort Universität Leicester)

Moderation: Tobias Flessenkemper (Südosteuropa-Gesellschaft e.V., Deutschland)

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit der Südosteuropa-Gesellschaft e.V. und der Humboldt-Universität zu Berlin. Hier die Ankündigung der Veranstalter_innen:

Unbenannt-320 Jahre nach dem Ende des Krieges (1992 – 1995) und der Unterzeichnung des Daytoner Friedensvertrages im November 1995 brach sich die wachsende Unzufriedenheit der Bürger/innen in Bosnien-Herzegowina mit der politischen Blockadesituation und den sich stetig verschlechternden Lebensbedingungen Bahn. Die Februar-Proteste 2014 richteten sich gegen eine Politik, die 20 Jahre lang ethnische Gruppenidentitäten zementiert hatte und geprägt war von Korruption, Nepotismus und dem Festhalten der ethnonationalistischen Parteien an der Macht.

Der Schritt vom passiven Opferdasein in einer traumatisierten Nachkriegsgesellschaft zu aktivem Widerstand hat das Land verändert. Schlagartig wurde deutlich, dass nicht konstituierende Völker, sondern Bürger/innen sich den öffentlichen Raum zu eigen machten, Solidarität und Änderungswillen zeigten und Forderungen an die Politik stellten. Protestplakate mit Losungen wie „Wir sind in allen drei Sprachen hungrig“, „Gegen kriminelle Privatisierung“ und „Nationalismus – nein danke“ markierten das Ende einer Ära, in der sich ethnische Gruppen gegeneinander in Stellung bringen ließen. In wie weit finden diese Entwicklungen in der heutigen politischen Diskussion und kulturellen Produktion in Bosnien und Herzegowina, in der Region und im Diskurs über das Land ihren Niederschlag?

Das Buch „Unbribable Bosnia and Herzegovina. The Fight for the Commons“ vereint zahlreiche Stimmen – von direkt Beteiligten an den Protesten über politisch Aktive bis hin zu bekannten Intellektuellen und Schriftstellern. Sie alle haben sich mit den Entwicklungen in Bosnien-Herzegowina auseinandergesetzt und ihre Beobachtungen und Wünsche festgehalten.

In seiner Einführung schreibt der Herausgeber Damir Arsenijević: „Die Proteste vom Februar 2014 und die Plenumsbewegung sind die einzige wirkliche neue Entwicklung in Bosnien und Herzegowina seit dem Ende des Krieges 1995. Als Volksaufstand und Form der politischen Organisation beenden sie die vorherrschende Faszination mit der „einen“ Macht – mit einen Bild von Einheit und Homogenität der Macht. Die Proteste und Plenen bewiesen in der Praxis, dass es möglich ist, die symbolischen Garantien hinter den bestehenden Machtstrukturen auf- und abzulösen.“

Veranstaltung in englischer Sprache ohne Übersetzung.

Ort:
Heinrich-Böll-Stiftung – Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin

 
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