Archive for Dezember 2014

Gastvortrag: Irina Schulzki: Kira Muratovas Kino der Geste: „Kurze Begegnungen“ und „Lange Abschiede“

Dezember 12, 2014

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Das  Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin lädt ein zu einem Vortrag von

Irina Schulzki (LMU München): Kira Muratovas Kino der Geste: „Kurze Begegnungen“ (1967) und „Lange Abschiede“ (1971)

im Rahmen des Seminars: Neue Wellen im osteuropäischen Kino der Nachkriegszeit (Natascha Drubek)

Zeit: Donnerstag, 18. Dezember 2014, 18.15 Uhr

Ort: Institut für Theaterwissenschaft, Seminar für Filmwissenschaft, Grunewaldstr. 35, Seminarraum I

Der Vortrag befasst sich mit zwei frühen Filmen von Kira Muratova, denen unter anderem die Nachahmung der westlichen nouvelle vague von den damaligen sowjetischen Kritikern vorgeworfen wurde. Muratovas eigenartige Filmsprache, die den kodifizierten sozrealistischen Konventionen zuwiderlief und die sich in ihrem über fünfzig Jahre umfassenden Filmwerk immer radikaler wurde, ist bekannt für komplizierte narrative Zeit- und Raumordnungen, experimentale Montage- und Tontechniken, verzerrte Körperbewegungen und manierierte Darstellungsstils, sprachliche Klischees und Stereotypien, Verdoppelungen der Figuren und Wiederholungen jeglicher Art. Im Vortrag werden sowohl die sich herausbildenden Merkmale Muratovas Filmästhetik in den ersten Filmen, Kurze Begegnungen (Korotkie vstreči) und Lange Abschiede (Dolgie provody), erörtert, als auch der Frage nachgegangen, ob diese Filme Muratovas in einen breiteren filmhistorischen und -ästhetischen Kontext eingeordnet werden können. Inwiefern zeigt Muratovas Filmästhetik thematische und filmtechnische Verwandtschaft zum damaligen ost- und westeuropäischen Autorenkino? Diese Fragestellung wird im Vortrag in Bezug auf die Studie zum Kino von Gilles Deleuze diskutiert. Die Filmästhetik der Nachkriegszeit wird laut Deleuze durch die Übergangsphase zwischen zwei Regimes der Bilder, Bewegungs- und Zeit-Bild, bedingt. Dabei finden mehrere Prozesse statt, die eine „Krise der Aktion“ im Film kennzeichnen. Einer davon ist das „Kino der Körper“, in welchem Deleuze Verhaltensweisen und Stellungen des Körpers zum Hauptmerkmal hervorhebt. Bemerkenswert ist, dass Deleuze in seiner Vorstellung des Kinos der Körper zum Brecht’schen Begriff des Gestus greift. Diese ästhetischen Begriffe Deleuzes dienen als Anlässe, um über Raum- und Zeitorganisation, Körperlichkeit und Sprache in Muratovas Filmen nachzudenken mit dem Endziel, das Konzept eines Kinos der Geste zu formulieren.

Veranstaltungshinweis: Werte und Wandel — Zukunftsentwürfe für Kultur und Zivilgesellschaft in der Ukraine, Belarus, Moldau und Georgien

Dezember 10, 2014

Werte und Wandel

 Zukunftsentwürfe für Kultur und Zivilgesellschaft in der

 Ukraine, Belarus, Moldau und Georgien

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 Kongress und Workshop ǀ 11.-13. Dezember 2014 (Berlin)

Eröffnungsveranstaltung mit Karl Schlögel und Serhij Zhadan

 Moderation: Sabine Adler (Deutschlandfunk)

 Eröffnungsansprache: Dr. Frank-Walter Steinmeier (Bundesaußenminister)

 Donnerstag, 11. Dezember 2014, 19.30 Uhr

Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Hier finden Sie den Veranstaltungsflyer inklusive Programm.

Veranstaltungshinweis: Buchpräsentation, Lesung und Künstlergespräch mit Serhij Zhadan und Mykola Ridnyi

Dezember 8, 2014

Eine Veranstaltung vom Berliner Künstlerprogramm am 9.12.2014 um 19 Uhr.

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Hier der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

Mit einer Lesung von neuen Prosagedichten des ukrainischen Schriftstellers Serhij Zhadan, der Präsentation eines neuen Filmes des ukrainischen bildenden Künstlers Mykola Ridnyi und einem Künstlergespräch wird die Publikation »Blind Spot« vorgestellt, die begleitend zum gemeinsamen öffentlichen Projekt der beiden Künstler an der Fassade der Auguststr. 10 erscheint. Das Fassadenprojekt und die Publikation »Blind Spot« sind Erweiterung und Fortführung der im Mai 2014 in der daadgalerie präsentierten Ausstellung »The Ukrainians«. Die Publikation umfasst die 2014 entstandene Fotoserie »Blind Spot« von Mykola Ridnyi sowie neue Prosagedichte von Serhij Zhadan, die sich in unterschiedlicher Weise mit der nach wie vor ungeklärten politischen Lage im Osten der Ukraine beschäftigen.

Mykola Ridnyi (*1985 in Charkiw, lebt in Charkiw) ist Künstler, Kurator und Mitbegründer des ukrainischen Künstlerkollektivs SOSka group.

Serhij Zhadan (*1974 in Starobilsk / Gebiet Luhansk, lebt in Charkiw) ist Schriftsteller, Dichter und Übersetzer. 2010 war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Eintritt frei.

KuLe Theater, Auguststraße 10, 10117 Berlin-Mitte

[Klicken Sie auf das Bild, um zur Veranstaltungsankündigung auf der Website des Berliner Künstlerprogramms zu gelangen.]