Archive for November 2014

Hinweis auf den Workshop »Imperiale Emotionen« am 5./6.12. in Berlin

November 25, 2014

Workshop
»Imperiale Emotionen«. Zur Konzeptualisierung ost-westlicher Affektkulturen angesichts der Ukraine-Krise

am 5./6.12.2014 im ZfL (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin), Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Seminarraum 303

Hier der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

imperiale_emotionen-b22257bfMit der Aufnahme der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer in die Russische Föderation im März 2014 und der anschließenden aktiven russischen Unterstützung der Sezessionskämpfe ostukrainischer Separatisten als Reaktion auf den politischen Erfolg des »Euromaidan« in der Ukraine scheint eine nach dem Ende des Ost-West-Konflikts einsetzende Periode der Neuorientierung postsozialistischer Staaten zu einem gewissen Ende gekommen zu sein. Anstelle konfliktgeladener Kompromisse dominierten monatelang leidenschaftliche Anklagen und Aggressionen: »Imperiale Emotionen« sah die Schriftstellerin Svetlana Alexijewitsch in Putins Russland wieder aufleben, während umgekehrt eine nicht weniger angstbesetzte, aus dem Westen kommende »faschistische« Gefahr beschworen wurde. Alle »postimperialen« und pluralen Konzeptualisierungen diversifizierter Gesellschaften schienen mit einem Mal identitärer Eindeutigkeit, lang tradierten Vorurteilen und von tiefem Misstrauen geprägter Abneigung gewichen zu sein. Statt »Putin kaputt« errang der russische Präsident im eigenen Land Rekordzustimmungswerte, während er im Ausland als unberechenbarer »Brandstifter« und Aggressor fungierte: Die russische Annexion der Krim und der ostukrainische Sezessionskrieg werden begleitet von längst überwunden geglaubten, von starken Affekten geprägten, teils höchst ambivalenten Polarisierungen.

Doch wie lässt sich die extreme Emotionalisierung des Konflikts um die Ukraine, die eine starke Bereitschaft zu Gewalt und heroischen Ruhmestaten signalisierte, kulturwissenschaftlich erklären? Scheinen in diesen Selbstverortungen und Fremdzuschreibungen tatsächlich zivilisatorische »Phantomgrenzen« auf, die über die Jahrhunderte immer wieder aktualisiert werden können? Sind es die unverarbeiteten Traumata der Stalin-Zeit und des Zweiten Weltkriegs, die in postsozialistischer Zeit als politisches Reenactment erneut durchgespielt werden? Geht es um eine »postimperiale« Selbstüberschätzung seitens Russlands und um »postkoloniale« Überreaktionen seitens der Ukraine, in der die Wunden und Verwerfungen des Zusammenbruchs der sozialistischen Welt noch nachwirken? Oder lassen sich die omnipräsenten Tradierungen religiöser und nationalistischer Symboliken und Heldenikonen symptomatisch deuten für postutopische Gesellschaften, denen im Zeichen eines globalisierten »Empire« jegliche positive Zukunftsvision abhanden gekommen ist?

Auf dem Workshop soll solchen Fragen jenseits der Tagespolitik in kultur- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive am Beispiel Russlands und der Ukraine nachgegangen werden, indem auch das methodische und begriffliche Instrumentarium mit reflektiert wird, mit dem die postsozialistischen Gesellschaften und Kulturen Osteuropas in den letzten Jahrzehnten beschrieben und analysiert worden sind.

Programm: (more…)

Hinweis: Vorführungen von Sergei Loznitsas Film „Maidan“ im Dezember in Berlin

November 24, 2014

Ein kleiner Hinweis für potenzielle Interessierte:

Im Rahmen des diesjährigen Filmfestivals Around the World in 14 Films im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz  (Berlin) wird am 01.12. und noch einmal am 07.12.2014  der Dokumentarfilm Maidan von Sergei Loznitsa gezeigt. Für Dezember sind weitere Vorstellungen des Films im Kino Krokodil in der Greifenhagener Straße vorgesehen (das Programm erscheint Anfang des kommenden Monats).

Hier geht es zur Festival-Seite —  hier zu den offiziellen Filmseiten auf der Website des Regisseurs.

Und hier finden können Sie sich den Trailer direkt anschauen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen:

Gastvortrag „Leaving Russia: A Jewish Story“ von Prof. Dr. Maxim D. Shrayer

November 24, 2014

Hier ein kurzfristiger Veranstaltungshinweis:

Das Institut für Slavistik der Universität Potsdam lädt ein zum Gastvortrag „Leaving Russia: A Jewish Story“ von Prof. Dr. Maxim D. Shrayer.

Zeit: Dienstag, 25.11.2014 um 15.00 Uhr
Ort: Campus Am Neuen Palais, Haus 9, Raum 1.02

Maxim D. Shrayer ist Professor für Russisch, Englisch und Jüdische Studien am Boston College und bilingualer Autor. Er wurde 1967 in Moskau geboren und emigrierte 1987 in die USA. Zu seinen Werken zählen u.a. die literarische Erinnerung Waiting for America: A Story of Emigration (2007), die Holocaust-Studie I SAW IT. Ilya Selvinsky and the Legacy of Bearing Witness to the Shoah (2013) und die Sammlung von Kurzgeschichten Yom Kippur in Amsterdam (2009). Für seine Anthology of Jewish-Russian Literature gewann Maxim D. Shrayer 2007 den National Jewish Book Award.

Shrayers neuester Roman Leaving Russia: A Jewish Story (2013) zeichnet die Triumphe und die Erniedrigungen einer sowjetischen Kindheit nach und beschreibt die Träume und Ängste einer jüdischen Familie, die sich ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft erhält. Angelehnt an die Erzähltradition von Tolstois autobiografischen Romanen, schafft Shrayer ein eindringliches Bild von Verfolgungen der Refuseniks durch das KGB während des Kalten Krieges. Shrayers Erinnerungen werden vor dem Hintergrund von Politik, Reisen und ethnischen Konflikten am Rande des Zusammenbruchs der Sowjetunion lebendig. Seine bewegende Geschichte enthält eine großzügige Dosis Humor und Zärtlichkeit, gepaart mit Sehnsucht und Gewalt. Leaving Russia: A Jewish Story erzählt von der unerwiderten Liebe eines jungen Juden, dessen Herz für immer durch sein Vaterland gebrochen wird (vgl. http://www.shrayer.com/leaving.html).

Vortrag in englischer Sprache.

Hier finden Sie die Veranstaltungsankündigung im pdf-Format.

Veranstaltungshinweis: Lesung mit Aleksandr Ilitschewski & Bookpreview: „Matisse“

November 21, 2014

Das Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und das Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin, in Kooperation mit dem Verlag Matthes & Seitz, laden ein:

ilitschewski_matisse_matthes_und_seitz
Lesung & Gespräch mit
Aleksandr Ilitschewski
(Александр Иличевский)
– derzeit Gast im LCB Berlin.

Der Autor wird Auszüge aus seinem Roman Matisse lesen, der in Kürze im Verlag Matthes & Seitz erscheint.

Mit Matisse liegt das erste Buch Ilitschewskis in deutscher Übersetzung vor (aus dem Russischen von Valerie Engler und Friederike Meltendorf).


Moderation und Lesung:
Nina Weller, Henrike Schmidt
Übersetzung: Valerie Engler

Zeit: Donnerstag,  27. November 2014, 20.00 Uhr
Ort: Club der Polnischen Versager,  Ackerstr. 168, Nähe Rosenthaler Platz (U8), Berlin-Mitte.

Der Eintritt ist frei (Spenden an den Club der Polnischen Versager sind willkommen).

Hier geht es zur Ankündigung der Veranstaltung im pdf-Format.

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen!

Veranstaltungshinweis: Lesung mit Katja Petrowskaja

November 19, 2014

Hier der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

coverestherLesung im Thalia Kino Potsdam, in Kooperation mit der Universität Potsdam (Institut für Germanistik), der script-Buchhandlung Potsdam und dem Verein Zeitpfeil e.V.:

Katja Petrowskaja
„Vielleicht Esther“

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? Statt ihren gewaltigen Stoff episch auszubreiten, schreibt die Autorin von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.Für ihre Erzählung „Vielleicht Esther“ erhielt Katja Petrowskaja 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Die Veranstaltung wird von der Schriftstellerin Tanja Dückers moderiert.

Mittwoch, 3. Dezember 2014, 19.30 Uhr
Thalia Kino, Rudolf Breitscheid Str. 50, 14482 Potsdam – Babelsberg

[Klicken Sie auf das Bild, um zur Veranstaltungsankündigung auf der Website des Thalia Kinos zu gelangen.]

Hinweis: Vorträge von Andrij Portnov

November 14, 2014

Hinweis: Gleich zwei Mal gibt es in der kommenden Woche in Berlin die Gelegenheit, Vorträge von Andrij Portnov zu hören:

  • 19. November 2014, 18 Uhr: „Two Ukraines: History, Mythology and Current Challenges“
    im Rahmen des Soziologiekolloquiums des Osteuropa Instituts und der Vorlesungsreihe „Ukraine under construction“ an der Freien Universität Berlin, Garystr. 55, Hörsaal A
  • 21. November 2014, 18 Uhr: „How Propaganda Works. The Ukrainian Crisis and the Propaganda War“
    am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin, Dorotheenstr. 65, Raum 5.57

Veranstaltungshinweis: Ein Tag für Bohumil Hrabal

November 9, 2014

Eine Veranstaltung im LiteraturHausBerlin in Kooperation mit der Humboldt-Universität (Institut für Slawistik) und der Freien Universität (Osteuropa Institut):

Ein Tag für Bohumil Hrabal

Hrabal_Flyer-page-001Hrabal war der vielleicht originellste, witzigste und poetischste, gewiss jedoch groteskeste, ja was: Schriftsteller? Stilist? Chronist? Journalist? Allemal: Böhmens.
In diesem Jahr wäre er 100 geworden. Deshalb laden die Literaturwissenschaftlerinnen Alfrun Kliems (HU Berlin) und Heike Winkel (FU Berlin) ein, sich mit Übersetzern, Literaturwissenschaftlern und Filmemachern über Leben und Werk des Schriftstellers zu unterhalten.

Samstag, 15. November 2014
Beginn: 14 Uhr

LiteraturHausBerlin
Fasanenstraße 23,
10719 Berlin-Charlottenburg

Den Veranstaltungsflyer als pdf finden Sie hier.

 

Programm:

14.00-15.00 Uhr
Xavier Galmiche (Paris): Hrabal montiert Prag
Gespräch und Lesung
Moderation: Alfrun Kliems (HU Berlin)

15.30-16.30 Uhr
Michael Špirit (Prag): Hrabals mitteleuropäische Geschichte(n)
Gespräch und Lesung
Moderation: Heike Winkel (FU Berlin)

17.00-18.30 Uhr
Juraj Herz (Prag): »Gesammelte Roheiten« (Sběrné surovosti, 1965; dt. U.)
Filmvorführung und Gespräch
Moderation: Natascha Drubek (Universität Regensburg)

20 Uhr
Lesung: Péter Esterházy „Das Buch Hrabals“
Zu den schönsten und raffiniertesten Referenzen, die sich herausragende Autoren gegenseitig erweisen können, zählt Péter Esterházys „Das Buch Hrabals“ (1990). Esterházy verstärkt hier seine ungarisch gefärbte Bewunderung für Hrabal, indem er dessen Kunstgriff aus der späten autobiographischen Trilogie „Hochzeiten im Hause“ aufgreift: die eigene Geschichte aus der Perspektive der Lebenspartnerin zu erzählen. Eintritt 5.- / 3.- Euro

Hinweis auf die Lyriklesung: „Vergessene DichterInnen“ am 10.11. in Berlin

November 9, 2014

Ankündigung der Veranstalter_innen:

Lyriklesung mit vergessenen DichterInnen, die in September 2014 auf dem Lyrikfestival Meridian Czernowitz in der Ukraine von sieben jungen LiteratInnen aus Berlin gemeinsam mit dem ukrainischen Autor Juri Andruchowytsch präsentiert wurden:

Vergessene
Nachdem die ukrainische Halbinsel Krim von Russland annektiert worden ist und tagtäglich Krisenmeldungen aus der Ost-Ukraine erscheinen, glaubt die ganze Welt zu wissen, dass die Ukraine nur mit Krieg, Armut und Wachstumsschmerz gleichzusetzen ist. Doch dem wirkte das in der West-Ukraine stattgefundene internationale Lyrikfestival Meridian Czernowitz gekonnt entgegen. Es ist der Beweis dafür, dass in einem Land im Ausnahmezustand nicht nur das alltägliche Leben, sondern auch das kulturelle weitergehen darf und muss.

Unter den Gästen des Festivals befanden sich auch sieben junge LiteratInnen aus Berlin. Gemeinsam mit dem ukrainischen Autor Juri Andruchowytsch trugen sie auf dem Lyrikfestival Gedichte von eigens wiederentdeckten internationalen DichterInnen aus dem 20. und 21. Jahrhundert vor. Jetzt sind die Reisenden zurück in der Hauptstadt, um gemeinsam die unverdient vergessenen AutorInnen auch dem Berliner Publikum präsentieren zu können.

Die Lyriklesung findet in geistiger Anwesenheit von Juri Andruchowytsch statt. Es folgt ein Gespräch über die Reise durch ein Land, das sich nach wie vor im Kriegszustand befindet. Die Veranstaltung wird von Iwi Hagenau moderiert.

Wo? Literaturhaus Lettrétage Berlin (Mehringdamm 61, 10961)

Wann? 10. November um 20.00 Uhr

Eintritt: freiwillig 3-8 EUR (more…)

Zwischen Schönheit und Verfall: Eine Reise ans Schwarze Meer

November 9, 2014

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Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Türkei. So unterschiedlich diese Staaten sind, etwas verbindet sie alle: Das Schwarze Meer. Florian Bachmeier und Ramin Mazur reisen mit ihren Fotografien an seine Küste und bringen uns zwei ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Region, ihre Probleme und ihre Schönheit mit. Dass der große Spagat zwischen den Sonnenstränden Bulgariens, aktuellen politischen Konflikten auf der Krim sowie alltäglichem Leben gelingt, ist auch dieser Doppelperspektive zu verdanken.

Wer die Ausstellung gern besuchen möchte, kann das noch bis zum 14. November, Montag bis Freitag, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr im Bulgarischen Kulturzentrum Berlin. Das liegt in der Leipziger Straße 114 und mit dem Fahrrad nur 10 min vom Institut für Slawistik entfernt.

Ein Abstecher in der Mittagspause lohnt sich also!

Weitere Informationen zur Ausstellung findet ihr außerdem hier:

Einladung zur Vernissage: Janicka & Wilczyk: „Inne Miasto | Eine andere Stadt“

November 4, 2014

Eine Ausstellung im werkraum bild und sinn.

Inne Miasto | Eine andere Stadt ist ein fotografisches Projekt von Elżbieta Janicka und Wojciech Wilczyk. Die Arbeit ist eine visuelle Beschreibung des ehemaligen Warschauer Gettos (1940-1943), das die deutschen Besatzer im Herzen der polnischen Hauptstadt errichteten. Die Bilder zeigen das heutige, moderne Warschau, dem seine schreckliche Vergangenheit — die Deportation und Ermordung eines Großteils seiner Bevölkerung und die fast vollständige Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg — nur indirekt durch das Fehlen historischer Bausubstanz anzusehen ist. Die Künstler werfen damit Fragen auf nach dem Verhältnis von Gegenwart und Geschichte. Die Arbeit wurde 2013 in der Zachęta — Nationalgalerie, Warschau gezeigt und wird vom 23. November 2014 bis 4. Januar 2015 erstmals in Deutschland zu sehen sein. Für die Ausstellung in Berlin erarbeiten Janicka und Wilczyk eine eigene Präsentation, die auf einer Auswahl großformatiger Fotografien sowie einer Projektion der gesamten, weitaus umfangreicheren Fotoserie beruht.

23. November 2014 – 04. Januar 2015
geöffnet Di – So ab 16h, Eintritt frei
Bergmannstr. 59 ( U7 Südstern ), 10961 Berlin

Vernissage: Sonntag, 23. November, 19 Uhr

Die Ausstellung wird organisiert vom werkraum bild und sinn e.V. und finanziell unterstützt durch die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, die Senatskanzlei Berlin und das Zentrum für Antisemitismusforschung.

Der zweisprachige Katalog (polnisch und englisch) ist online verfügbar. Klicken Sie auf das Bild, um dorthin zu gelangen.

Zur Ausstellungseröffnung am 23. November sind Elżbieta Janicka und Wojciech Wilczyk anwesend.

Am 22. November wird es im Buchbund (Sanderstr. 8, Berlin) ein Gespräch mit Elżbieta Janicka und Wojciech Wilczyk geben, veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Slavistik der Universität Potsdam. Genauere Informationen dazu folgen in Kürze.