Archive for Mai 2014

Must poetry be national?

Mai 31, 2014

Eugene Ostahevsky ist Russe, Amerikaner und jetzt – Deutscher. Er wurde in der Sowjetunion geboren und wuchs in den USA auf. Er hat zwei Muttersprachen und ist bekannt dafür, als Dichter mit deren Unterschiedlichkeit zu spielen. Seit vergangenem Jahr lebt er als Gastkünstler des DAAD in Berlin.

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Must poetry be national? Foto: ©Felicitas Claus

Es ist also höchste Zeit, ihn zu fragen, ob Dichtung an eine Sprache und Nation gebunden sein muss. Der Slawist Dr. Tomáš Glanc hat ihn deshalb zu einem Gastvortrag an die HU Berlin eingeladen.

  • Wann: Mittwoch, 04.06. 2014, 10-12 Uhr
  • Wo: Dorotheenstraße 24, Raum 1605 (gegenüber der ehemaligen Zeltmensa oder HU Süd)

Jede_r Interessierte (auch Nicht-Slawist) ist herzlich willkommen!

Diejenigen, die den Künstler noch nicht kennen, finden auf youtube eine Lesung des Dichters zum Nachhören. Deutschlandradio stellt Eugene Ostashevsky und seine Dichtung etwas kürzer vor.


Der Gastvortrag ist Teil des Seminars „Dichtung intermedial, transnational, performativ. Die zeitgenössische russische und (ost)europäische Poesie und das Erbe D.A. Prigovs“, geleitet von Herrn Dr. Tomáš Glanc. 

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Musik ist kein Text…

Mai 28, 2014

…dieser Befund lockte letzten Mittwoch eine Handvoll Musikenthusiast_innen in die Humboldt-Universität zu Berlin – dem Sommertag und blauen Himmel zum Trotz. Wer es wegen der Sonne nicht zum Gastvortrag des Komponisten Boris Filanovskij geschafft hat, findet hier die wichtigsten Punkte zum Nachlesen. Zusammengefasst hat sie Felicitas Claus.

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Boris Filanovskij bei seinem Gastvortrag am 21.05.2014 an der HU Berlin © Tomáš Glanc

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„In der Ukraine ist die Zeit explodiert“

Mai 20, 2014

Dienstagabend in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz: „Habt ein Auge auf die Ukraine!“ Die Lehren von 1989. Mit dem polnischen Dissidenten und Herausgeber der Gazeta Wyborcza Adam Michnik und dem ukrainischen Schriftsteller Juri Andruchowytsch sprach Osteuropa-Chefredakteur Manfred Sapper.

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Auf dem Podium: Juri Andruchowytsch, Manfred Sapper, Adam Michnik (von links nach rechts) © Jurkiewicz/DGO

Angesichts der anhaltenden aggressiven Subversion durch Russland steht in der Ukraine die von der Gesellschaft gerade erst erkämpfte Freiheit schon wieder auf dem Spiel und droht „in bürgerkriegsähnlichen Gewaltszenarien unterzugehen.“ Wie auch das an diesem Abend vorgestellte Buch Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht (Suhrkamp) stellte dieses Gespräch den Versuch dar, die „explodierte Zeit“ (Sapper), diese „Revolution neuen Typs“ mit ihren „großen tektonischen Veränderungen“ (Michnik) irgendwie fassbar zu machen, auf einen Begriff zu bringen. Dass dabei „die Lehren von 1989“ letztlich nicht ganz so wie angekündigt im Fokus standen, war sicher nicht allein den nur bedingt vergleichbaren politischen Voraussetzungen von damals und heute geschuldet, sondern auch der sich täglich verändernden – und angesichts der Desinformationspolitik überaus widersprüchlichen – politischen Landschaft in der Ukraine. (more…)

Musik ist kein Text

Mai 18, 2014

… behauptet Boris Filanovskij. Was sich hinter dieser einfachen Feststellung verbirgt, könnt Ihr am kommenden Mittwoch erfahren: Dann wird der zeitgenössische Komponist einen Gastvortrag an der Humboldt-Universität zu Berlin halten. Außerdem soll es darum gehen, was seine Musik mit der russischen Avantgarde und mit Dimitrij A. Prigov verbindet. Jeder, der Interesse hat, ist herzlich willkommen!


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Boris Filanovskij. Foto: Ⓒ Tomáš Glanc

Wann: Mittwoch, 21.05.2014,  10-12 Uhr
Wo: Dorotheenstraße 24, Raum 1605 (also gegenüber der ehemaligen Zeltmensa oder HU Süd)

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt, der Eintritt ist frei.


Wer sich im Vorhinein über die Biographie und das Werk Filanovskijs belesen möchte, dem sei seine offizielle Homepage empfohlen, nebst einem Interview in russischer Sprache. Oder hört euch seine Performance zusammen mit Ejsenštejn an!

Hinweis: Yuri-Albert-Ausstellung in Bremen

Mai 16, 2014

Yuri Albert, Fragen der Kunst: Moskauer Abstimmung, Ausstellung vom 23. Mai bis 28. September 2014

Ausstellungseröffnung am 22. Mai 2014, 18.30 Uhr:
Einladung zur Ausstellungseröffnung als pdf

Yuri Albert ist einer der konsequentesten Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. In den 1970er Jahren begann er sein künstlerisches Schaffen in der inoffiziellen sowjetischen Kulturszene. Geprägt von den Erfahrungen der Selbstorganisation in diesem Milieu fand zu seinen kritischen und ironischen Reflexionen des Systems Kunst. In seinen Arbeiten untersucht Yuri Albert die Bedingungen der Produktion und Rezeption von Kunst, er interessiert sich für die Beziehungen zwischen Kunstwerk und Interpretation, zwischen Bild und Text, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Original und Kopie.

In der Ausstellung sind Textarbeiten, Buchobjekte („Selbstporträt mit geschlossenen Augen“), Installationen („Meine Lieblingsbücher“) sowie Performance-Dokumentationen zu sehen.
Die Rekonstruktion seines Projekts „Moskauer Abstimmung“ wird auch den Besuchern der Bremer Ausstellung die Möglichkeit geben, ihr Votum zu Fragen der Kunst abzugeben. (more…)

Veranstaltungshinweis: Film + Diskussion „Haytarma“ zum 70. Jahrestag der Deportation der Krimtataren — am 19.5.2014 in Berlin

Mai 16, 2014

Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

Das Deutsche Historische Museum, die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, die Euromaidan Wache Berlin und die Gesellschaft für
bedrohte Völker laden anlässlich des 70. Jahrestags der Deportation der Krimtataren herzlich zu Film und Gespräch ins Zeughauskino ein. Wir zeigen den ersten Film über die Deportation und wollen mit dem Regisseur auch über die aktuelle Lage ins Gespräch kommen.

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HAYTARMA – Der erste Spielfilm über die Deportation der Krimtataren 1944
Filmpräsentation und Gespräch
Montag, 19. Mai 2014, 17.30 Uhr

Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino, Eingang Spreeseite, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

Kontakt / Anmeldung
Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Leonie Mechelhoff
Tel. +49 (0)30 “ 206 29 98 – 11
Fax +49 (0)30 “ 206 29 98 – 99
veranstaltungen@sfvv.de

Wegen der begrenzten Anzahl von Sitzplätzen ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 16. Mai 2014 erforderlich. (more…)

Die Ukraine auf dem Weg zu einem Failed State?

Mai 13, 2014

In der nunmehr vierten Veranstaltung der Vortrags- und Diskussionsreihe Die Ukraine. Europäische Reflexionen der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) – diesmal zu Gast in der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland – diskutierten am vergangenen Mittwoch Marzenna Guz-Vetter (Politische Abteilung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, Berlin), Mykola Ryabchuk (Journalist und Schriftsteller, Kiev/Wien), Susan Stewart (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), Andreas Umland (Politikwissenschaftler, Kiev/Jena) und Volker Weichsel (Redakteur der Zeitschrift OSTEUROPA, Berlin) unter dem Titel Aufbruch. Umbruch. Durchbruch? über die Ukraine vor den Wahlen.

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Auf dem Podium: Andreas Umland, Marzenna Guz-Vetter, Volker Weichsel, Susan Stewart, Mykola Ryabchuk (von links nach rechts) © Jurkiewicz/DGO

Dass es in Anbetracht der aktuellen Ereignisse in dieser Podiumsdiskussion nicht nur um die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen gehen könne, sei wohl selbstverständlich, so Volker Weichsel in seinen einleitenden Worten. Und so richtete er seine erste Frage nach den gegenwärtigen Handlungsträgern in der Ostukraine auch erwartungsgemäß an seinen ukrainischen Gast. (more…)

Terra incognita: Die Geschichte der Ukraine

Mai 6, 2014

„Im Westen ist das Wissen über die Geschichte der Ukraine begrenzt. Die Vermittlung der osteuropäischen Geschichte ist auf Russland zentriert“, war im Einführungstext zur dritten Veranstaltung Geschichte und Erinnerung in der Reihe Die Ukraine. Europäische Reflexionen der DGO zu lesen. Doch nicht nur für den Westen ist die ukrainische Geschichte weitgehend eine terra incognita, die – wenn überhaupt – im Wesentlichen gefiltert durch die russische Perspektive erschlossen wird. Auch in der Ukraine selber gibt es „weiße Flecken der Geschichte“ (Jilge), die der Aufarbeitung bedürfen, damit überhaupt eine ukrainische Geschichte ohne Tabus möglich wird. Doch das Nichtwissen und Nichtwissenwollen historischer Tatbestände hat einen nicht unwesentlichen Anteil an Geschichtsbildern, die sich beliebig instrumentalisieren lassen – sie sind „Ressourcen der Macht“. Das haben die Berichte und Kommentare zur gegenwärtigen Situation in der Ukraine mehr als einmal gezeigt. Durch die Kurzvorträge der beiden Ukraine-Historiker und Experten für Nationsbildung und Nationalismus, Anna Veronika Wendland (Herder-Institut, Marburg) und Wilfried Jilge (GWZO, Leipzig), sowie die anschließende Diskussion mit Volker Weichsel (DGO, Berlin) wurde der wichtige Schritt gemacht, die Ukraine nicht einfach nur als „Missverständnis der Nationalitätenpolitik Stalins“ zu betrachten. Mit ihren überaus engagierten Plädoyers sensibilisierten die beiden Historiker das Publikum sowohl für die wechselvolle Geschichte der Ukraine (Wendland) als auch für die mobilisierende und polarisierende Kraft von Geschichtsbildern (Jilge).

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Auf dem Podium: Wilfried Jilge (GWZO, Leipzig), Volker Weichsel (DGO), Anna Veronika Wendland (Herder-Institut, Marburg) © Jurkiewicz/DGO

Anhand von zehn Thesen gab Anna Veronika Wendland einen Schnellkurs vor allem durch die komplizierte ukrainisch-russische Geschichte, die Mitte des 17. Jahrhunderts damit beginnt, dass sich der Hetman Bohdan Chmel’nic’kyj und die Dnipro-Kosaken – nach dem Unabhängigkeitskrieg gegen Polen auf der Suche nach einem Bündnispartner – unter den Schutz des russischen Zaren Alexej I. begibt. Dadurch kommen die Gebiete links vom Dnipro (Dnepr) einschließlich Kyjiv (Kiev) erstmals unter russischen Einfluss. Ein Ereignis, das sich später im nationalen Bewusstsein der Ukrainer als „Inbegriff der Unfreiheit“ (Kappeler) festsetzt. (more…)

Antrittsvorlesung von Juri Andruchowytsch am 14. Mai 2014 in Berlin

Mai 1, 2014

Das Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin und der Suhrkamp Verlag– in Kooperation mit dem Collegium Hungaricum – laden ein:

zur Antrittsvorlesung
von Juri Andruchowytsch (Siegfried-Unseld-Gastprofessor an der Humboldt-Universität im Sommersemester 2014):

„Taras Ševčenko auf der Kiever Barrikade. 1814-2014: Zur Aktualität eines 200jährigen Mythos“

Zeit: Mittwoch, 14. Mai 2014, 18.00 Uhr
Ort: Collegium Hungaricum Berlin, Dorotheenstraße 12, Berlin-Mitte

Porträt von Juri Andruchowytsch, Künstlerin: Nastasia Louveau

Der 1960 in Stanislau (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine) geborene Autor gehört zu den weltweit bekanntesten Vertretern der ukrainischen Gegenwartsliteratur. Er betrat die Bühne der literarischen Öffentlichkeit in den 1980er Jahren als Mitglied der avant gardistischen Künstlergruppe Bu-Ba-Bu. Nationale und internationale Berühmtheit erlangte er mit seinen seit den frühen 1990er Jahren erschienenen Romanen, wie z.B. „Rekreation“ (1992), „Moscoviada“ (1993), „Perversion“ (1996), „Zwölf Ringe“ (2003) oder „Geheimnis“ (2007), die allesamt in mehrere europäische Sprachen übersetzt worden sind. Zusammen mit zahlreichen Essays wie „Das letzte Territorium“, „Mein Europa“ (mit dem polnischen Autor Andrzej Stasiuk) oder „Engel und Dämonen der Peripherie“, in denen der Autor ein Konzept der „Geopoetik“ entwickelt, tragen sie wesentlich dazu bei, Mittel-Ost-Europa, das über Jahrzehnte an der Grenze des Kalten Krieges ein quasi vergessenes Niemandsland war, kulturell und literarisch neu zu definieren und damit wiederzubeleben. Andruchowytsch wird der Professur einen wichtigen, nicht zuletzt auch geopolitischen Akzent verleihen, der im Zusammenhang mit der momentanen politischen Situation der Ukraine zwischen EU und Russland besondere Aktualität erhält.