Archive for Juli 2013

Queer-feministische Stimmen aus dem „Osten“

Juli 9, 2013

Das selbstorganisierte Festival „Kvir_Feminist_Actziya 2013“

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ein Text von Xenia Urmenic

Das DIY(Do It Yourself )-Festival „Kvir_Feminist_Actziya“ fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt, vom 6.-9. Juni in Wien.

Uns, als Organisator*innen, ging es in erster Linie darum, einen kritischen Blick auf das zu lenken, was ganz beiläufig und normiert als „der Westen“, „der Osten“ oder „der Südosten“ bezeichnet wird. Wir wollten Menschen aus dem sogenannten „Osten“ und „Südosten“ zusammen mit allen anderen (je nach selbstgewählter Definition) zum Diskutieren, Kritischsein und Kunstmachen einladen. Wichtig war für uns nicht nur, feministische Entwürfe aus dem deutschsprachigen Kontext kritisch zu betrachten, sondern auch, einen Raum für die (Re-)Präsentation anderer (queer-)feministischer Konzeptionen und Lebenserfahrungen zu schaffen. Darüber hinaus ging es uns um die Sichtbarmachung migrantischer Erfahrungen, da diese in „Westeuropa“ selbst in queer-feministischen Kontexten nur allzu häufig ,übersehen‘ werden.

Unser DIY-Festival bestand aus Diskussionen, Workshops, Ausstellungen, Performances von und mit Aktivist*innen, Künstler*innen, Musiker*innen, politischen Bildner*innen und anderen Vertreter*innen aus „Südost- und Osteuropa“. (more…)

„The Invisibly Growing Resistance“ — Vortrag zu Feminismus in Russland am 8.7. in Berlin

Juli 4, 2013

Ein Veranstaltungshinweis:

Am 8.7.2013 gibt es die Gelegenheit, in Berlin dem Vortrag „The Invisibly Growing Resistance: the Feminist Movement in Today’s Russia“ von Vera Akulova zu lauschen und anschließend darüber zu diskutieren. Die Referentin ist eine feministische Aktivistin aus Moskau und Soziologie-Doktorandin an der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Als erster Einblick:
Das Wort „Feminismus“ löst in Russland nach wie vor Beängstigung und Unverständnis aus. In den 90er Jahren formierte sich die Frauenbewegung unter den Bedingungen einer patriarchalen Renaissance und in einem Moment, in dem der politische Protest abnahm. Und obwohl die Mehrheit der Mitwirkenden im Rahmen ihrer NGO-Arbeit faktisch das Programm des liberalen Feminismus in die Tat umsetzten, identifizierten sich viele von ihnen nicht als Feministinnen. Eine neue Bewegungswelle setzte Mitte der 2000er Jahre ein, zeitgleich mit einem neuen politischen Kurs, der in Hinblick auf Genderfragen explizit konservativ war. Die feministischen Initiativen der neuen Generation sind selbstorganisiert und nehmen verschiedene Formen an: von Online-Communities hin zu Empowerment-Gruppen, von kollektiven Projekten mit dem Ziel, sich selbst weiterzubilden, hin zu Straßen-Aktionen. Von der Regierung und den Massenmedien kaum wahrgenommen, wächst die feministische Bewegung; sie wird immer vielfältiger und entwickelt alternative Perspektiven auf die Geschlechterordnung.

Der Vortrag findet am Montag, den 8.7. ab 18.00 der Dorotheenstraße 24, Raum 1.308 statt.
Er wird in englischer Sprache gehalten, Flüsterübersetzungen ins Deutsche und Russische sind möglich.
Kontakt für Fragen: xenia.urmenic [at] gmail.com

Alle sind zum gemeinsamen Reden und Nachdenken herzlich eingeladen!