Weißrussische Kunst im Tacheles

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Der gegenwärtigen weißrussischen Kunst und Literatur wird im Ausland nicht gerade viel Aufmerksamkeit geschenkt. Anders derzeit im Tacheles: Seit Mitte Mai bis 15. Juni wird hier im Rahmen des „Festival DACH-10“ aktuelle zeitgenössische Kunst aus Weißrussland vorgestellt. Im Fokus stehen über 40 Künstler unterschiedlichster Couleur, die eine breite Vielfalt der aktuellen und sehr lebendigen alternativen Kunstszene Weißrusslands repräsentierten: Von Malerei und Fotografie, über Performance- und Videokunst bis hin zu Autorenlesungen und Konzerten ist alles dabei – die Konzerte bekannter Avantgarde-Musiker stellen einen Höhepunkt des Festivals dar (unter ihnen der Elektromusiker Vladislav Buben und der legendäre Gitarrist Andrei Ivanou (‚The Zartipo’).

Dass das Festival im Tacheles stattfindet, ist kein Zufall. Denn einige der beteiligten Künstler sind dem Kunsthaus seit langem im Rahmen eines Kulturaustauschprojektes zwischen Berlin und Minsk eng verbunden. So zum Beispiel der Maler und Mitkurator des Festivals, Alexandr Rodin, der hier erklärtermaßen seit Jahren eine inspirierende Wirkungsstätte und jenen künstlerischen Freiraum gefunden hat, der ihm in seiner Heimat versagt bleibt. Seine riesigen, neoromantischen Tafelgemälde sind neben den Werken weiterer acht Künstler derzeit in einer Sonderausstellung zu sehen.

Auch Zmicer Višnëŭ, einer der bekanntesten weißrussischen Gegenwartsautoren – außerdem Lyriker, bildender Künstler, Performancekünstler, Herausgeber, Verleger und Mitbegründer der radikalen Künstlergruppen Bum-Bam-Lit und Schmerzwerk, kurz einer der aktivsten Köpfe der aktuellen weißrussischen Literaturszene – hat eine spezielle Verbindung zum Tacheles: Er war selbst vor einigen Jahren Gast des Hauses und machte es kurzerhand zum Schauplatz seines kürzlich erschienenen Romans Замак пабудаваны з крапівы / Das Brennnesselhaus (2010), das in deutscher Übersetzung bisher leider nur als unveröffentlichtes Manuskript vorliegt.

Noch über drei Wochen Zeit, sich selbst ein Bild zu machen!

Auf novinki.de findet sich übrigens ein sehr aufschlussreicher Artikel von Zmicer Višnëŭ zur aktuellen weißrussischen Literaturszene: Literaturlandschaft Belarus: Eine Begehung

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