Bloggerwelten bei Re:publica

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Vom 14.-16. April findet in Berlin das große Blogger-Treffen Re:publica statt. Zu den fast 200 Veranstaltungen treffen sich – selbstverständlich kabellos vernetzt, die schreibverkrümmten Finger und glasigen Augen immer startbereit am allerneuesten Apple-Modell fixiert – über 2000 Teilnehmer aus der internationalen Blogger-Szene und diskutieren über aktuelle Fragen der digitalen Gesellschaft. Von der Problematik der Netzzensur über Möglichkeiten des Sponsorings, der Netzstrategien für Nichtregierungsorganisationen oder der Internetrechte bis hin zu Modefotografie auf der Straße, dem Phänomen von Katzenbildern im Netz oder der Frage, wie man einen „shitstorm“ überlebt, kommt da eine bunte und irgendwie auch schräge Mischung an Programmthemen zusammen.

Dass sich die Blogger-Comunity aber nicht nur mit sich selbst beschäftigt, wie eingefleischte Printmedien oft mutmaßen, beweist nicht nur der Ansturm an interessierten Zuhörern bei der Tagung, sondern auch die  Tatsache, dass viele Blogs schon lange eine ernstzunehmende Alternative zum traditionellen Journalismus darstellen, man denke etwa an den deutschen politischen Blog netzpolitik.org, an die unabhängige Enthüllungsplattform Wikileaks oder auch an die, in  Russland schon seit Jahren von einer breiten, an unabhängiger Meinungsbildung interessierten Öffentlichkeit genutzte Plattform livejournal.ru, wo inzwischen auch fast jeder Autor oder Kulturschaffende, der etwas auf sich hält, seinen eigenen Blog hat. (Heißt es nun eigentlich der oder das Blog?)

Bei Re:publica sind auch Viktor Mališevskij aus Weissrussland und Aleksander Pljuščev aus Moskau dabei, zwei der aktivsten Blogger zu gesellschaftspolitischen Themen im russischsprachigen Internet, die in dem von n-ost ausgeführten Spezial-Panel „BLOGOSPHERES IN RUSSIA AND BELARUS II: PLURALISTIC PLAYGROUND OR LAUNCH PAD FOR DEMOCRATIC CHANGE?“  (siehe auch hier) über die Möglichkeiten und Chancen zensurfreier kritischer Berichterstattung und Informationsvermittlung im russischsprachigen Netzt diskutieren.

Die Gesprächsrunde mit ihnen fand schon gestern (14.04. 2010) statt – für Bloggerverhältnisse bin ich also denkbar spät dran, aber es lohnt sich ja auch und vor allem, direkt auf die Seiten von Viktor Mališevskij und Aleksander Pljuščev zu gehen und selbst regelmäßig nachzulesen, was sie täglich zu berichten haben.

P.S. Was unseren Novinki-Blog betrifft: Schreibt Leute (wer etwas Passendes auf Novinki-Blog schreiben will kann sich bei der Redaktion melden), kommentiert und kritisiert und vor allem: Vernetzt uns weiter! Dann werden wir im nächsten Jahr vielleicht auch mit schreibverkrümmten Fingern und glasigen Augen, den neuesten fluffig-leichten Mac unterm Arm, bei re:publica mitmischen.

P.P.S.  Und um mich doch noch als halbwegs aktuell und zeitnah zu erweisen: Vorhin wurde bei Re:publika der von der Deutschen-Welle ausgerichtete BOBs verliehen, der Preis für den besten Blog. Gewinner ist der Kenianische Blog Ushahidi.com, der über SMS, Mail oder Telefon Zeugenaussagen über aktuell stattfindende Unruhen oder Kämpfe sammelt und auf Grundlage dieser Informationen eine interaktive Karte der aktuellen Lage in Krisen- oder Kriegsregionen erstellt.

Gewinner des besten Videoblogs ist das russischsrpachige Blog „Mister Freeman“, welches sich aus den Monologen eines kleinen bösen Männleins speist, das die Welt und die Menschen hasst, insbesondere diejenigen, die seine Videos abrufen …

Die Auszeichnung für das ungewöhnlichste Blog bekam u.a. das russische Weblog  „Prosnis‘, mister Grin“ – tebe-interesno.livejournal.com, auf dem ein Moskauer Designer seine originellen Zeichnungen, Collagen und Animationen veröffentlicht.

Bestes russischsprachiges Blog wurde  das tagebuchartige Blog von Ilja Kabanow, metkere.com – „Mir udivitel’nych veščej“ ein Blog „über Menschen und die irrationalen Handlungen, die sie begehen.“ Außerdem gab es auch nach Ländern sortierte User-Gewinner, hier finden sich besten ausgewählten russischsprachigen Blogs.

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Eine Antwort to “Bloggerwelten bei Re:publica”

  1. Tanja Says:

    Dazu der Eintrag vom 14.4. von H. S. auf http://russ-cyberspace.livejournal.com/

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