„Da ist das Ding!“

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Zur Herausgabe Über die Dinge. Texte der russischen Avantgarde von Anke Hennig

Diesen Spruch kennen wohl nicht nur Fußballfans. Nicht jeder wird aber wissen, dass ihn Oliver Kahn wie kein anderer geprägt hat. Und nur diejenigen, die sich für Fußball begeistern, werden wissen, was hinter dem Spruch steckt und sich an die dramatischsten 4 Minuten der Bundesligageschichte erinnern. Die verflixten 4 Minuten des 19. Mai 2001, nach denen es zwei Meister gab: Meister der Bundesliga und Meister der Herzen. Zum zweiten wurde Schalke 04, die im eigenen Stadion auf der Leinwand verfolgten wie die Bayern gegen Hamburg in der Nachspielzeit doch noch ein Tor erzielten und danach Oliver Kahn das Erbgut des deutschen Fußballs, die hässliche Salatschüssel in die Luft hob und rief: „Da ist das Ding! Da ist das Ding!“ Daran musste ich denken, als ich das Buch Über die Dinge in die Hände bekam.

Was es heißt, ein Ding in den Händen zu halten, es zu propagieren, zu begehren, zu erschaffen oder sich eben dagegen auszusprechen, es zu ignorieren, zu verweigern, zu zerstören – diese Frage schwebte in der Luft über der Sowjetunion der 1920er Jahre. Das Nachdenken „über die einfachen Dinge“ (Vvedenskij) beschäftigte fast alle Kulturschaffenden der postrevolutionären Zeit, wenn es darum ging, eine Alternative zum herkömmlichen Kunstwerk zu definieren. Anke Hennig hat nun eine beeindruckende Anthologie herausgegeben, in der auf über 900 Seiten mehr als 60 Texte von russischen Denkern versammelt sind. Von Malevič, Stepanova und Lisickij, über Arvatov, Brik und Rodčenko, bis Tatlin, Chlebnikov und Šklovskij, wie auch Punin, Vertov und Pudovkin  – um nur die bekanntesten Vertreter zu nennen – versammelt der Band alte und für diese Herausgabe neu angefertigte Übersetzungen. Es sind Briefe, Gedichte, Essays, Filmskripte, Rezensionen und viele andere Wortdinge, die mehr als nur ein Einblick in das Thema geben. Die Gliederung in zehn Kapitel ist zugleich eine Art Genealogie des Denkens über die Dinge und deren Stellenwert in der materiellen Kultur und der immer mehr technisierten Gesellschaft.

„Da ist das Ding!“ wird sich vielleicht auch die Herausgeberin des Bandes, die nebenbei auch ein ausgezeichneter Torwart ist, gedacht haben, als sie das im Januar dieses Jahres bei Philo Fine Arts erschienene Buch endlich in den Händen halten durfte.

Anke Hennig (Hg.): Über die Dinge. Texte der russischen Avantgarde, Philo Fine Arts 2010.

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Eine Antwort to “„Da ist das Ding!“”

  1. Ahmed Says:

    Ich will ein Kind von Felix Magath!

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