Archive for März 2010

„Da ist das Ding!“

März 27, 2010

Zur Herausgabe Über die Dinge. Texte der russischen Avantgarde von Anke Hennig

Diesen Spruch kennen wohl nicht nur Fußballfans. Nicht jeder wird aber wissen, dass ihn Oliver Kahn wie kein anderer geprägt hat. Und nur diejenigen, die sich für Fußball begeistern, werden wissen, was hinter dem Spruch steckt und sich an die dramatischsten 4 Minuten der Bundesligageschichte erinnern. Die verflixten 4 Minuten des 19. Mai 2001, nach denen es zwei Meister gab: Meister der Bundesliga und Meister der Herzen. Zum zweiten wurde Schalke 04, die im eigenen Stadion auf der Leinwand verfolgten wie die Bayern gegen Hamburg in der Nachspielzeit doch noch ein Tor erzielten und danach Oliver Kahn das Erbgut des deutschen Fußballs, die hässliche Salatschüssel in die Luft hob und rief: „Da ist das Ding! Da ist das Ding!“ Daran musste ich denken, als ich das Buch Über die Dinge in die Hände bekam.

Was es heißt, ein Ding in den Händen zu halten, es zu propagieren, zu begehren, zu erschaffen oder sich eben dagegen auszusprechen, es zu ignorieren, zu verweigern, zu zerstören – diese Frage schwebte in der Luft über der Sowjetunion der 1920er Jahre. Das Nachdenken „über die einfachen Dinge“ (Vvedenskij) beschäftigte fast alle Kulturschaffenden der postrevolutionären Zeit, wenn es darum ging, eine Alternative zum herkömmlichen Kunstwerk zu definieren. Anke Hennig hat nun eine beeindruckende Anthologie herausgegeben, in der auf über 900 Seiten mehr als 60 Texte von russischen Denkern versammelt sind. Von Malevič, Stepanova und Lisickij, über Arvatov, Brik und Rodčenko, bis Tatlin, Chlebnikov und Šklovskij, wie auch Punin, Vertov und Pudovkin  – um nur die bekanntesten Vertreter zu nennen – versammelt der Band alte und für diese Herausgabe neu angefertigte Übersetzungen. Es sind Briefe, Gedichte, Essays, Filmskripte, Rezensionen und viele andere Wortdinge, die mehr als nur ein Einblick in das Thema geben. Die Gliederung in zehn Kapitel ist zugleich eine Art Genealogie des Denkens über die Dinge und deren Stellenwert in der materiellen Kultur und der immer mehr technisierten Gesellschaft.

„Da ist das Ding!“ wird sich vielleicht auch die Herausgeberin des Bandes, die nebenbei auch ein ausgezeichneter Torwart ist, gedacht haben, als sie das im Januar dieses Jahres bei Philo Fine Arts erschienene Buch endlich in den Händen halten durfte.

Anke Hennig (Hg.): Über die Dinge. Texte der russischen Avantgarde, Philo Fine Arts 2010.

Endstation Russland

März 25, 2010

Auf der Leipziger Buchmesse findet jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem „Literarischen Colloquium Berlin“ und dem Auswärtigen Amt das Autorenspecial „Café Europa“ statt, bei dem sich Autoren aus unterschiedlichen europäischen Ländern lesend und diskutierend präsentieren. Diese Jahr war auch die junge russische Autorin Natalja Ključareva mit von der Partie. Neben Georgi Gospodinov (Bulgarien), Andri Snær Magnason (Island), Friedrich Christian Delius (Deutschland), Eugenijus Ališanka (Litauen) und László Földényi (Ungarn) stellte sie einen Essay zum gemeinsamen Thema „Krise! Welche Krise?” und ihren gerade erst in deutscher Übersetzung erschienenen Roman Rossija: Obščij vagon / Endstation Russland zur Diskussion.

Der Debütroman der 1981 geborenen Autorin hatte in Russland bereits vor Erscheinen der Printversion mit der Online- bzw. Zeitschriftenveröffentlichung von Novyj mir für Furore gesorgt. Denn in dem Büchlein entwirft Ključareva ein ganz und gar nicht positives Bild des gegenwärtigen Russland und sie tut dies in einem realistischen und zugleich demonstrativ pathetischen Gestus, der die Dauerfragen der russischen Literatur über das ewig gebeutelte russische Volk ohne Scheu wieder aufgreift: Was tun? Wer ist schuld?. Sehen die einen in dem Buch eine intellektuelle und politische Provokation, so freuen sich die anderen über eine gelungene und scharfsinnige Farce auf die Alltagsrealität des gegenwärtigen Russland.

Um was geht es? Um das Schicksal Russlands, um eine gescheiterte Liebe, um das individuelle Glück, um Revolution. Nikita, ein zu Ohnmachtsanfällen neigender Petersburger Student, entflieht seinem Liebeskummer und reist, ganz in Nekrasovscher Manier, kreuz und quer mit dem Zug durch Russland und sucht nach glücklichen Menschen. Unterwegs im Großraumwagen (wörtlich müsste man „obščij vagon“ mit Großraumwagen, offener Abteilwagen oder Waggon 2. Klasse übersetzen) hört er sich unzählige Lebensgeschichten an, doch keine davon ist glücklich zu nennen, fast alle sind Verlierer und gescheiterte Existenzen mit tragischen Schicksalen: die Händlerin im Zug, die tschetschenische Putzfrau oder der umweltbewusste Erdkundelehrer, genau so wie die Punkerin, der Transvestit, der neomarxistische Žižekübersetzer oder die (pseudo)anarchistische Limonov-Epigonin… . „Erzähl mit doch endlich mal wenigstens eine gute Geschichte über Russland. Oder gibt es keine?“, heißt es da. Nein, gibt es nicht. Doch dann liegt Revolution in der Luft. Nikita, der Einfaltspinsels á la Ivan-Duračok (Iwan der Dumme) wird vom Sammler und idealen Zuhörer von Lebens-Geschichten selbst zum Hauptakteur der (historischen) Geschichte, als er sich einer Demonstration gegen die Rentenreform anschließt und zum Märtyrerhelden eines phantastischen Revolutionszenariums vor dem Weißen Haus in Moskau wird….

Ausführlicher kann man über das Buch nachlesen in einer Rezension, die Niovi Zampouka letztes Jahr für Novinki geschrieben hat. Für diejenigen, die das Buch in Russisch lesen wollen, ist zu empfehlen, sich an die russische Erstfassung zu halten, die 2007 in der Zf. Novyj mir erschienen ist (online einsehbar hier: Žurnal‘ nyj zal/Ključareva/Vagon). Denn diese unterscheidet sich in einigen Stellen erheblich von der Printfassung, die ein Jahr darauf bei Limbus Press herauskam. Pikanterweise wurden all jene Stellen gekürzt oder verändert, die gerade eine parodistische und stark gesellschaftskritische Lesart des Buches begünstigen: Beispielsweise wurden Textstellen herausgenommen, in denen die ukrainische „orangene Revolution“ als Vorbild für einen möglichen Umbruch in Russland genannt wird, ebenso fehlt die kritische Thematisierung des Tschetschenienproblems und an zentraler Szene des Revolutionsspektakels wurde der in äußerst schlechtem Licht dargestellte Präsident Putin durch eine anonyme Offiziersfigur ausgetauscht.

Der deutschen Ausgabe bei Suhrkamp (übersetzt von Ganna-Maria Braungardt) liegt laut Klappentext eine von der Autorin überarbeitete und erweiterte Fassung zu Grunde und es ist anzunehmen, dass diese zumindest in großen Teilen der ersten, „unzensierten“ Textversion entspricht.

Dies und vieles mehr wird man die Autorin selbst fragen können. Sie ist im Mai Stipendiatin des LCB und wird auf ihrer Lesereise auch einige Lesungen in Berlin geben. Zum Beispiel am 07. Mai um 20.00 im Roten Salon der Volksbühne und im Laufe des Mais auch im LCB.

Einen kurzen Eindruck kann man auch in diesem Interview mit Ključareva von der Leipziger Buchmesse 2010 bekommen, das leider unter den selten dämlichen Fragen des Moderators etwas leidet: ZDF: Ključareva-auf-dem-blauen-Sofa

Und hier noch ein Interview von der Buchmesse im MDR

Natalja Ključareva: Rossija: obščij vagon.  St. Peterburg: Limbus Press 2008

Natalja Kljutscharjowa: Endstation Russland. Berlin: Suhrkamp 2010

Hunde im All

März 23, 2010

Zur Animation von Belka i Strelka. Zvëzdnye sobaki

50 Jahre nach dem Raumflug des Sputniks 5 mit Mäusen, Ratten und den beiden Hunden Belka und Strelka an Bord ist das Abenteuer der Crew als Trickfilm in die russischen Kinos gekommen.

Bekanntlich waren die Tier-Kosmonauten am 20. August 1960 nach 18 Erdumrundungen heil zurückgekehrt. Strelka warf angeblich danach sechs Welpen, einen davon ließ Nikita Sergeevič Chruščëv Jacqueline Kennedy (der Tochter John Kennedys) als Geschenk überbringen. Nun sind die beiden Hunde nicht mehr nur als ausgestopfte Raumfahrer im Moskauer Kosmonautenmuseum zu bestaunen, sondern auch in der Vier-Millionen-Euro teuren 3d-Animation.

www.belka-i-strelka.ru

Objekt der Woche

März 22, 2010

Welttag der Poesie

März 21, 2010

Der 21. März wurde von der UNESCO zum „Welttag der Poesie“ erklärt. Die Hauptveranstaltung in Deutschland organisiert die literaturWERKstatt Berlin: am 23.03.10 lesen ab 20 Uhr Ulrikka S. Gernes (Dänemark), Nora Iuga (Rumänien), Bei Ling (China/USA), Albert Ostermaier (München) und last but not least Serhij Žadan (Ukraine und derzeit Berlin) in der

Stiftung „Brandenburger Tor“
Max Liebermann Haus
Pariser Platz 7
10117 Berlin.
Eintritt frei

(siehe auch: Literaturwerkstatt / Welttag der Poesie)

Diesem „Feiertag“ verdankt die bemerkenswerte Internetplattform lyrikline.org, ein Unterprojekt der literaturWERKstatt, ihre Existenz. Gegründet anlässlich des ersten Poesiewelttags, archiviert die Seite im Original gelesene Gedichte von DichterInnen aus aller Welt, die in Berlin aufgetreten sind. Interessant ist die Ankündigung, dass die AutorInnen Texte zu ihrem poetologischen Selbstverständis verfassen – sie werden zusammen mit Gedichten über das Dichten auf lyrikline.org vom 19.3.–9.4.2010 zu lesen sein.

Zhadans Gedichte, vom Autor auf Ukrainisch vorgelesen, mit Übersetzungen ins Deutsche von Claudia Dathe: lyrikline.org / Zhadan

Noch nicht im Kanon der Berliner Lyrikförderung ist Žadans „poetische Schwester“, Anastasija Afanas’eva, auch aus Char’kiv. Ihre russischsprachigen Gedichte sind z. B. auf http://www.vavilon.ru/texts/afanasieva0.html zu finden.

Petrusjka.no – podružka novinok

März 19, 2010

Eine Marke für russische Literatur in Norwegen

Vor einer Woche ist der Internetauftritt „Petrusjkaan den Start gegangen – ein kleines Fenster in das zeitgenössische russische Literaturgeschehen für norwegische und potentiell auch dänisch- und schwedischsprachige Leser.

Aleksandr Benuas ”Petruška” (Kostümskizze für Stravinskijs gleichnamiges Ballett, 1911)

Der Name der Puppenfigur „Petruška“ soll das skandinavische Ohr mit slawischem Klang schneiden, wurde aber auch wegen der Mehrdeutigkeit und der „humoristischen, spielerischen Bedeutung“ des russischen Kasperpendants ausgewählt. Statt „Matrёška“ scheint „Petruševskaja“ für Inspiration gesorgt zu haben.

Gegründet haben das Projekt mehrere WissenschaftlerInnen und ÜbersetzerInnen, die von sich schreiben, sie seien davon überzeugt, dass die Vermittlung von Literatur eine Grundlage für gute Nachbarschaft und gegenseitiges Verständnis schafft. Offensichtlich bietet das Projekt eine gelungene Ausgangsbasis dafür, die mit Sprach- und evtl. auch Kulturgrenzen verbundene postmoderne russische Literatur an Verlage heranzuführen: V. Erofeev, L. Petruševskaja und V. Makanin bilden den Anfang der Übersetzungsreihe, die bei CappelenDamm erscheint. Die Übersetzung ukrainischer Literatur ist auch im Gespräch.

Die Marke für das Projekt und die literarischen „Produkte“ stellt ein effektives Marketinginstrument zur Verfügung, zum Beispiel wenn es auf die öffentliche Präsentation bei Literaturfestivals, Messen etc. ankommt. Wieder ein simples, massenwirksames, den Bildungs- wenn nicht gar den Lebensstandard verbesserndes Prinzip, das man von den Skandinaviern glatt übernehmen könnte.

Petrusjka nr 1: Viktor Erofeev: Gravøl over sovjetlitteraturen & Livet med en idiot. (Übersetzt und mit einem Vorwort von Martin Paulsen)


Petrusjka nr 2: Ljudmila Petruševskaja: Tiden er natt (Übersetzt von Isak Rogde)

Und wieder Mul’tiki

März 17, 2010

Michail Elizarov hat einen neuen Roman geschrieben

Einmal mehr Zeichentrickfilme… Michail Elizarov legt nach, auch wenn seine Mul’tiki etwas anderer Natur sind… German Rymbaev, der Held in Elizarovs neuem Roman, ist ein durch die Straßen einer Randmetropole schlendernder und die gaffenden Passanten ausnehmender 18-Jähriger, dessen Existenz wie in einer simulakrum artigen Animation dargestellt wird.

Hier, in einer sehr eigenen Sendung von Viktor Puzo, spricht der Autor über sein neues Werk.

Filmtip: Pink Taxi

März 16, 2010

von Uli Gaulke und Lena Rem

Als Erstes: Ich habe mich in diesem Film nicht gelangweilt. Das ist insofern eine relevante Nachricht, als es sich um einen Dokumentarfilm handelt. Wohlgemerkt, ein Dokumentarfilm, keine Reportage, ein richtiger Film, mit Handlung, Dramatik und viel, viel Emotion. Worum geht es? Im Vorspann erfahren wir: Es gibt etwa 3,5 Mio Autos in Moskau, davon etwa 100.000 Taxis, und von diesen Taxis sind 22 pink oder fuchsiafarben, wie es einmal so schön in diesem Film heißt. Diese 22 Pink Taxis werden ausschließlich von Frauen gelenkt und transportieren ausschließlich Frauen. Und um die geht es in diesem Film: die russischen Frauen, oder wie es eine der Taxifahrerinnen, die wir mit den Augen der auf den Beifahrersitz montierten Kamera begleiten, so schön sagt: „Ich bin halt keine Pamela Anderson, da musste ich mir etwas einfallen lassen.“

Ja, in diesem Film geht es auch um Sex, es geht um Träume, um Lippenstifte, orangene BH´s  – um das Glück der russischen Frau. Und das alles im Taxi, wohlgemerkt. Ja in diesen Taxis reden Frauen mit Frauen über Alles, ihre Träume, die Liebe, ihren Status (der Verheiratung natürlich), Gefühle. Meist sind die Nutzerinnen dieses speziellen Services für Frauen selbst erfolgreich, sie können es sich leisten. Sie leben besser als die Taxifahrerinnen, die allesamt nicht ohne Not Taxi fahren, und gerne ein Gespräch führen, mit den Frauen, die es ihrer Meinung nach geschafft haben. Dabei kommen sie stets schnell zur Sache und stellen Fragen, die für unsere westeuropäische Wahrnehmung oft sehr intim sind. Dabei dreht sich der Spieß schnell auch mal herum und wir werden Zeugen eines hauchfeinen, weiblichen Duells. Aber das scheint in Ordnung zu sein, Frauen haben, wie es scheint, da ihren ganz eigenen Raum der Kommunikation.

Aber es geht in diesem Film auch um die Schwere der Existenz, um Einsamkeit, die Not, sich weit jenseits der Dreißig mit Kind und Kindern auch ohne Mann zu behaupten. Ja, natürlich, die russische Frau ist ein Klischee, die Taxis sind nicht umsonst Rosa. Aber Klischees leben vom Leben. Und das Leben ist verzwickt und gnadenlos. Nehmen wir dieses Pink: Wofür steht es? Für den heldenhaften Versuch dieser Frauen – Frauen, die im Herzen immer noch geheiratet werden wollen – das nicht Zusammenzubringende in ihrem Leben zu vereinen: Ihr Glück und ihre Unabhängigkeit. Sie scheitern natürlich, natürlich nicht als Taxifahrerinnen, da macht ihnen keiner was vor, aber ihre Vorstellung von Glück ist rosa, rosa, rosa. Da kann man nichts machen.

Dieser Film ist wundervoll durchkomponiert, auch wenn er mit der technischen Apparatur der aus dem Fernsehen bekannten Quiz-Taxi-Sendungen arbeitet. Nur die Fahrerinnen und ihre Klientinnen sind an Bord, nebst zwei kleiner fest montierter Kameras. (Hier hab ich mich geirrt. Siehe den Kommentar von Uli Gaulke unten.) Aber die Kamera von Axel Schneppat schweift daneben auch ausgiebig über die Straßen, die Stadt und ihre herbe Schönheit im feuchten ausgehenden Winter. Viele Bilder der Nacht, gleißendes buntes Glück auf nassem Asphalt. Ganz nebenbei und unaufdringlich geraten immer wieder Werbeplakate ins Bild, Bilder von Frauen, Idealvorstellungen, Lande- und Abflugplätze des Phantasmas. Wir sehen die Protagonistinnen aber auch ihren 8. März feiern, wie sie Schaschlyk bratend, Wodka trinkend und derbe fluchend einen Tag auf der Datscha verbringen, wie sie von Freundschaft reden, mit ihren Kindern in ihren Küchen sitzen… Wir erfahren viel, sehr viel über diese Damen in diesem doch (gefühlt) viel zu kurzen Film, in dem ich mich, wie schon gesagt, nicht ein einziges Mal gelangweilt habe.

Pink Taxi läuft zur Zeit in Berlin im Krokodil und im Central.

Film-Website:

http://www.flyingmoon.com/de/film_details.php?film_id=21

Ein Hauch von Winter

März 15, 2010

Metel’ – die neue Novelle von Vladimir Sorokin

Wer vom Winter noch nicht genug hat, kann sich auf Sorokins neues fantasmagorisches Werk freuen. Darin macht sich der Dorfarzt Garin bei eisigem Wetter auf den Weg in ein benachbartes Dorf, um die Bewohner vor einer Epidemie zu retten. An grotesken Szenarien, surrealistischen Bildern und virulenten Sprachspielen mangelt es dem Text nicht. Wer schon immer etwas über die Schwierigkeit mit der russischen Post zu reisen oder über die Gefahr des bolivischen Virus erfahren wollte, mache sich auf die Reise mit dem Doktor und begegne auf diesem durch Schneegestöber führenden Ausflug Kristallpyramiden mitten im Wald und Gestalten, die in Häusern aus immer wachsendem Filz leben.

Владимир Сорокин. Метель. Москва, АСТ, Астрель, 2010 г.

Objekt der Woche

März 14, 2010