Fear the Future

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Dmitrij Gluchovskijs Roman Metro 2033 demnächst zum Daddeln

Bald ist es soweit. Ab 16. März können die deutschsprachigen Computerspiel-Fans zusehen, wie die bisher gekannte Welt zu Ende geht und die Menschheit in den Moskauer U-Bahnschächten ums Überleben kämpft, denn dann erscheint der Action-Shooter Metro 2033 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ganze drei Tage früher als im übrigen Europa. Die des Deutschen mächtig sind, können zeitgleich mit den Amerikanern auf PC und Xbox 360 loslegen und die Welt, jedenfalls die unterirdische, vor Mutanten und Ungeheuern retten. Dem vom Videospielhersteller THQ entwickelten Spiel liegt der 2005 erschienene gleichnamige Roman von Dmitrij Gluchovskij zugrunde, den der Heyne-Verlag 2008 auf den deutschen Science-Fiction-Markt gebracht hat. Gluchovskij beschreibt darin Moskau nach einem Atomkrieg. Im Jahr 2033 gleicht die russische Hauptstadt einer Geisterstadt; der Krieg 2013 hat sie zwar nicht zerstört, die radioaktiven Niederschläge bewirken indes ihren Zerfall. Während die Hochhäuser am Arbat vor sich hin bröckeln, scheinen die Sterne des Kreml dagegen stark wie nie zuvor und hypnotisieren den Betrachter. In der Stadt lauern Monster, durch Radioaktivität mutierte Menschen und Tiere – die wenigen verbliebenen Menschen – zunächst sind es 70.000, nach zwanzig Jahren bleiben 50.000 – haben sich in das verzweigte U-Bahn-Netz Moskaus zurückgezogen.

Hier in der Metro entwickeln sich absonderliche und bizarre, der vorher gekannten Welt jedoch nicht ganze fremde gesellschaftliche Gruppierungen: Polis – die geistige Zentrale der U-Bahn-Stadt, wird von den Büchersammlern und Archivaren verwaltet und befindet sich unter anderem in der Station „Leninbibliothek“. Ganza (dt. Hanse) – erstreckt sich auf der Ringlinie und schlägt ihr Kapital aus den Steuereinnahmen und Transitgebühren; da alle Linien über den s.g. Ring führen, ist Ganza die reichste und einflussreichste Gruppierung. Während die Krasnaja Linija (dt. die rote Linie) – auf der sich, entsprechend der Farbe, Stationen mit sozialistisch geprägtem Namen versammeln – von den Kommunisten kontrolliert wird, besetzen die Faschisten die Stationen Puškinskaja, Čechovskaja und Tverskaja – Das vierte Reich. Der Hauptfigur des Romans und der Held des Shooters Artёm, in dessen Haut der Computerspieler schlüpft, lebt auf der Station VDNCh. Nach einer mysteriösen Begegnung mit einem Krieger Namens Hanter macht sich Artёm auf eine abenteuerliche Reise durch das unterirdische Netz und auf die Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll. Dabei kämpft er nicht nur in der Metro gegen böse Mächte innerhalb der Metro-Welt, sondern auch gegen monströse Wesen aus der Oberfläche der Stadt, wie die s.g. Schwarzen, Bibliothekare, mutierte Vögel, die alle versuchen in die Metro einzudringen und die er überwinden muss, um am Ende vom Ostankino-Turm einen Angriff gegen die verseuchten Ungeheuer zu starten.

Damit ist auch der Verlauf des Spiels beschrieben: Durch die Metroschächte laufen, Koalitionen schaffen, neue Räumlichkeiten erkunden und ballern, ballern, ballern. Der Hersteller des Spiels verspricht zudem, dass sich die mit DirectX 11-Grafikkarten ausgerüsteten Spieler auf eine verbesserte Tiefenwirkung und komplette „Tesselation“-Darstellung der Charaktere freuen können. Die Kultur- und Medienforschung, die in den letzten Jahren, ohne groß zwischen Schöngeisterei und Schund (wobei hier nicht die Ästhetik des Hässlichen gemeint ist) zu unterscheiden, die Perspektiven des Computerspiels untersucht hat, wird das Spiel sicherlich in ihren Analysebestand aufnehmen. Der multisensorische Aufwand des Spiels wird den Autor Gluchovskij, der im vergangenen Jahr die bereits in deutscher Übersetzung vorliegende Fortsetzung Metro 2034 geschrieben hat, freuen. Denn bereits vor der Veröffentlichung des ersten Romans in Buchform waren die 13 Kapitel im Netz unter  m-e-t-r-o.boom.ru mit den zugehörigen Verweisen auf die Musik zu finden, die jeder beim Lesen einschalten sollte. Auf der neuen Internetpräsenz unter www.metro2033.ru dürfen die kreativen Fans des Romans ihre Musiktracks wie auch Bilder veröffentlichen. Hier wird auch darauf verwiesen, dass der Metro-Epos nun auch von anderen Autoren weiter geschrieben wird – die Romane, in denen die von Gluchovskij ausgelassene Stationen behandelt werden, erscheinen seit Januar im Monatstakt. An den zahlreichen Levels, der Musik- und Geräuschbegleitung wird es sicherlich auch beim Spiel nicht mangeln. Das verspricht der Trailer zum Spiel, aus dem auch deutlich wird, in welche ästhetische Kategorie das Spiel gehört.

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Eine Antwort to “Fear the Future”

  1. Ch. Meknagget Says:

    Gibts das denn auch als Wij-Konsole?

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